Amerika : Kriege
Präsident Barack Obama will Kriege nur dann führen, wenn sie absolut notwendig sind. Ein „Nein“ zu künftigen Einsätzen bedeutet diese Absicht nicht. Das gilt auch für Syrien.
Er werde nur Kriege führen, wenn das absolut notwendig sei. Das ist die Obama-Doktrin, die der Zustimmung der kriegsmüden Amerikaner sicher sein kann. Aber was heißt notwendig? Dass den Irak-Krieg die Bush-Regierung gewollt hat, steht außer Frage Was ist mit dem Kosovo-Krieg? War der notwendig? War die amerikanische Beteiligung am Libyen-Krieg der Nato - Obama wollte ihn bekanntermaßen vom Rücksitz aus führen - notwendig? Verteidigungsminister Gates verneinte das.
Manchmal setzt ein Ereignis eine Dynamik in Gang
Es lassen sich eben nicht Kriterien auf akademische Weise abhaken, die erfüllt sein müssen, bevor der Präsident den Einsatzbefehl gibt. Er hat internationale, bündnis- und innenpolitische Umstände zu wägen - und, generell, die Verantwortung der Weltmacht Amerika. Manchmal setzt ein singuläres Ereignis eine Dynamik in Gang, die in einem Militäreinsatz mündet. Wird es so mit Syrien sein? Washingtons oberster Militär hat die militärische Option nicht ausgeschlossen; über die entscheidet der Präsident. Dessen Lage ist komplizierter, als es die - an sich unmittelbar einleuchtende - Kategorie „absolut notwendig“ suggeriert.






