Blogs | What’s left : Marx und Engels unterm Weihnachtsbaum

Der Wirtschaftshistoriker Werner Plumpe erzählt von seiner linken Vergangenheit - und warum er heute kein Linker mehr ist.
Der Wirtschaftshistoriker Werner Plumpe erzählt von seiner linken Vergangenheit - und warum er heute kein Linker mehr ist.
Es lag an der Langeweile. Lange, bevor ich Teil der linken Jugendbewegung wurde, habe ich mich gelangweilt. Degenhardts Lied war so etwas wie die eigene Verzweiflungshymne: "Wenn die Spinne Langeweile/Fäden spinnt und ohne Eile/Giftig-grau die Wand hochkriecht/wenn’s blank und frisch gescheuert riecht … " Noch heute kann ich den Text weitgehend auswendig! Und die Sexualnot spielte eine Rolle. Und fehlende Vorbilder bzw. deshalb der ältere Bruder, der bereits an der Universität studierte und Teil der dortigen Bücherwelt war. Und schließlich der Zufall. Auf dem Marktplatz der kleinen Stadt im nördlichen Ruhrgebiet bzw. südlichen Münsterland, ganz wie man möchte, tat sich was. Ältere Schüler hatten im Gewerkschaftshaus einen Republikanischen Club gegründet; später so um 1970/71 kamen maoistische Studenten aus Bochum und verkauften den „Kampf der Arbeiterjugend“. Die hatten schon ein Auto und waren sehr streng.





