Blog vom Filmfestival : Was will Netflix nur in Cannes?

Ein kleines Mädchen rettet ihr freundliches Monsterschwein vor der Firma, die es entwickelt hat: Aus einer ländlichen Idylle wird Bong Joon Hos Film „Okja“ zum Großstadtthriller – und bleibt eine Frage des Formats.
Falsches Format! Das ist in Cannes schon eine Art Supergau und passiert fast nie. Ausgerechnet bei „Okja“, dem Netflix-Film, über dessen Start im Wettbewerb hier schon so ausführlich gestritten wurde, passierte es am Morgen in der ersten Vorführung, die vor allem von der Presse besucht wird. Tilda Swinton erschien auf der riesigen Leinwand unter einer weißen Perücke mit Zahnspange im Mund, aber ihre obere Kopfhälfte kam nicht ins Bild. Der Vorhang war superweit für das extreme Breitwandformat geöffnet, das der Koreaner Bong Joon Ho unverschämter Weise für seinen Film, der für deutliche kleinere Abspielflächen gedreht ist, gewählt hat, aber wir sahen nur einen Teil davon. Geschrei und Getrampel der Kritiker, die vorher das Netflix-Logo feixend begrüßt hatten, schließlich Ende des ersten Versuchs, Saallicht, ein ratloser Techniker auf der Bühne, und schließlich das Ganze noch einmal von vorn.



