Bachmannpreis in Klagenfurt : Welches Jahr haben wir nochmal?

Vor über zwanzig Jahren hat Franzobel in Klagenfurt den Bachmannpreis gewonnen. Seine Eröffnungsrede heuer wirkt seltsam abgestanden. Doch nach dem ersten Schrecken brachte der erste Tag durchaus Erfreuliches.
Beim Bachmannpreis kratzt man sich ja manchmal am Kopf: Welches Jahr haben wir noch einmal? So, wie die Farben der Umhängetaschen des Wettbewerbs wiederkehren – dieses Mal ist wieder Weiß dran –, kommen auch die Themen zurück. In der "Klagenfurter Rede zur Literatur" des Schriftstellers Franzobel nun: der Untergang des Buches, oder genauer die Vision, dass es in einigen Jahren "nur noch E-Books mit virtuellen Protagonisten" geben wird, "Avatare, die einem gleich die ganze Handlung vorspielen", dass der Schriftsteller ersetzt wird durch den "homo autorencollectivus", ja, "mit einem Mausklick wird jeder zu einem Schöpfer".


