Deutsche Interessen in der EU : Die Sorge vor der „Deutschen-Delle“ ist zurück

Deutsche Spitzenbeamte in der EU sind rar. Auch unter Ursula von der Leyen ist die EU-Kommission nicht „deutscher“ geworden. Ob das eine Rolle spielt, bleibt eine Frage der Perspektive.
Marco Buti ist ein Brüsseler Phänomen. Seit mehr als 30 Jahren arbeitet der Florentiner Wirtschaftsprofessor in der EU-Kommission, elf Jahre leitete er die Generaldirektion Wirtschaft und Finanzen (Ecfin), eine der wirtschaftspolitisch einflussreichsten Abteilungen des Brüsseler Behördenapparats. Butis lange Amtszeit widerspricht den internen Kommissionsregeln, wonach ein Generaldirektor in der Regel fünf und höchstens sieben Jahre auf derselben Stelle sitzen sollte. Butis Vorgänger Klaus Regling, heute Chef des Euro-Krisenfonds ESM, musste 2008 seinen Ecfin-Posten nach sieben Jahren räumen und tat dies eher widerwillig. Weil er nicht innerhalb der Kommission rochieren wollte, verließ Regling die Behörde ganz und wechselte in die Privatwirtschaft – dass er schon 2010 als „Euro-Retter“ an entscheidender Stelle wieder gebraucht werden würde, ließ sich damals nicht absehen.
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