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Luftfahrtbranche : Was die italienische Airline Ita für Lufthansa interessant macht

Neues aus Italien: Ita-Präsident Alfredo Altavilla und Geschäftsführer Fabio Lazzerini zum Betriebsstart der Airline im Oktober 2021 Bild: dpa

Der größte Containerschiffreeder MSC hat überraschend Interesse an dem Alitalia-Nachfolger bekundet – im Pakt mit der größten deutschen Airline. Lufthansa will nun eine 90-Tage-Frist nutzen, um eine mögliche Beteiligung zu prüfen.

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          Kein allzu großer Kapitaleinsatz und trotzdem größer in Italien Fuß fassen – für die Deutsche Lufthansa erscheint der Plan, sich gemeinsam mit der Containerschiff- und Kreuzfahrtreederei MSC die Fluggesellschaft Ita zu nähern, überaus attraktiv. Lufthansa hatte stets Interesse am Geschäft in Italien bekundet.

          Timo Kotowski
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das Land ist ohnehin der größte europäische Auslandsmarkt, in dem der Konzern nicht mit einer Tochtergesellschaft wie in Österreich, der Schweiz und Belgien präsent ist. Doch einem Einstieg bei der dauerleidenden Ita-Vorgängerin Alitalia lehnte der Konzern trotz massivem Werbens aus Italien stets ab. Zu groß war das finanzielle Risiko.

          Das hat sich mit dem Vorstoß der schweizerisch-italienischen Reederei, die ihren Hauptsitz ohne Meerzugang in Genf hat, geändert. MSC hat Interesse an einer Mehrheit an Ita bekundet. Die noch staatliche Fluggesellschaft ist neu aufgestellt, von Alitalia-Altlasten erleichtert, die Flotte ist geschrumpft. Das Interesse von MSC, mit Lufthansa als Partner nach Ita zu greifen, ist nach F.A.Z.-Informationen für Europas größten Luftfahrtkonzern noch so frisch, dass man in der Lufthansa-Zentrale noch intensiv über das weitere Vorgehen berät.

          Lufthansa-Beteiligung möglich

          Am Dienstag sollte es direkt auf die Tagesordnung des Vorstands kommen. Dabei gilt sogar nicht mehr als ausgeschlossen, dass Lufthansa doch im ersten Schritt gleich Ita-Anteile übernimmt. Entschieden ist aber nichts. MSC und Lufthansa wünschen nun eine 90-Tage-Frist, während der die beiden Konzerne exklusiv Ita-Bücher prüfen und mögliche Hürden ausloten wollen. Diese Frist werde man nutzen, um sämtliche Optionen einschließlich einer Beteiligung zu prüfen, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Dienstag.

          Ita-Präsident Alfredo Altavilla ist derweil in seiner Euphorie kaum zu bremsen. Die industrielle Logik der Offerte sei „sehr überzeugend“, sagte er dem „Handelsblatt“, lobte das „strategische Geschick“ der Chefs von Lufthansa und MSC, Carsten Spohr und Gianluigi Aponte. Zugleich stellte er in Aussicht, Ita werde nach Verhandlungsabschluss das Luftfahrt-Bündnis Skyteam um Air France-KLM verlassen und sich der Star Alliance um Lufthansa zuwenden, Teil des Lufthansa-Vielfliegerprogramms Miles & More wolle man dann auch werden.

          Für Lufthansa ist Italien ein Dauerthema. 2008 schuf der Konzern sogar die Tochtergesellschaft Lufthansa Italia, um von der chronischen Schwäche von Alitalia zu profitieren. Doch 2011 gab man das Projekt wieder auf. „Angesichts des Preisverfalls im Kontinentalverkehr“ sei es „außerordentlich schwierig“ gewesen, in Italien ein profitables Netz mit Europa-Strecken unter einer separaten Marke zu etablieren, begründete der damalige Vorstandsvorsitzende Christoph Franz die Wende.

          Die Rolle von Ryanair in Italien

          Danach widerstand der Konzern dem wiederholten Werben aus Italien, sich an Alitalia zu beteiligen. Gleichzeitig bekundete Lufthansa aber stets Interesse, mit einer entschlackten „New Alitalia“ ins Geschäft zu kommen. Mit der neuen Ita, die seit Herbst 2021 fliegt, sieht man in der Lufthansa-Zentrale in Frankfurt offenbar vieles von dem umgesetzt, was man einst mit „New Alitalia“ meinte.

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