Deutsche-Bank-Prozess : Fitschen vor Freispruch

Klare Worte des Richters schon vor dem Urteil: Im Prozess gegen führende Manager der Deutschen Bank steht die Anklage vor einer Niederlage.
Der Münchner Staatsanwaltschaft steht im Strafprozess gegen fünf Top-Banker der Deutschen Bank um angebliche Falschaussagen im Fall Kirch eine Niederlage bevor. Die bisherige Beweisaufnahme habe ergeben, dass die Vorwürfe der Anklage nicht zuträfen, sagte der Vorsitzende Richter Peter Noll an diesem Dienstag in München.
Einen Antrag der Anklagebehörde auf eine abermalige Durchsuchung der Deutschen Bank wies er ab. „Der Antrag lässt jede Auseinandersetzung mit der Beweisaufnahme vermissen“, sagte er und warf der Staatsanwaltschaft „Vermutungen ins Blaue hinein“ vor. Auf der Anklagebank sorgten die Ausführungen für erfreute Gesichter.
Der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, seine Vorgänger Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie zwei weitere ehemalige Top-Banker der Deutschen Bank sind in dem Verfahren wegen versuchten Prozessbetrugs angeklagt. Sie sollen im Jahr 2011 nach einem gemeinsamen Tatplan Richter hinters Licht geführt haben, um die Deutsche Bank vor Schadenersatzzahlungen im Zusammenhang mit der Pleite des Medienkonzerns Kirch zu bewahren. Die Angeklagten hatten die Vorwürfe von Anfang an zurückgewiesen.





