Kommentar : Netzwerk in der Krise

Durch den Pakt von Etihad Airways und Air France-KLM wird sich der Wettbewerb für die Lufthansa, Europas größte Fluggesellschaft, weiter verschärfen. Den Luftfahrt-Allianzen droht der Bedeutungsverlust.
In der Chefetage der Lufthansa müssen die Alarmglocken schrillen. Erst stieg Etihad Airways zum Großaktionär bei Air Berlin auf, dann folgte der Einstieg bei Irlands Aer Lingus. Durch den Pakt mit Air France-KLM wird sich der Wettbewerb für Europas größte Fluggesellschaft weiter verschärfen.
Setzt Etihad seine Serie an Partnerschaften in diesem Tempo fort, droht den Luftfahrt-Allianzen der Bedeutungsverlust. Bislang beherrschen die internationalen Service-Netzwerke Star Alliance, One World und Sky Team gut zwei Drittel des globalen Luftverkehrs.
Sie bieten ihren Mitgliedern abgestimmte Flugpläne (Codesharing), Vielflieger-Programme oder Lounges für Geschäftsreisende an. Doch die Mitgliedschaft in solchen „Klubs“, die nur den üblichen Standardservice bieten, ist kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Mit dieser Schwäche weiß Etihad Airways geschickt umzugehen. Sie gehört keinem Netzwerk an.
Stattdessen ist die Gesellschaft direkt mit 40 Fluggesellschaften liiert, mit denen exklusive Verträge getroffen und gemeinsame Sparpotentiale realisiert werden. Die Hinweise verdichten sich, dass Star Alliance, One World und Sky Team ihre besten Tage hinter sich haben.





