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Experiment in Berlin : Das CO2-neutrale Stadtviertel

Auf dem Campus in Berlin-Schöneberg arbeiten 3500 Menschen in mehr als 150 Unternehmen. Bild: F.A.Z.

Berlin macht auf 65 000 Quadratmetern vor, wie man das Klima rettet. Das „Reallabor der Energiewende“ entsteht auf einem Gelände, für das sich lange niemand interessierte. Außer einem Mann.

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          Autos mit Verbrennungsmotoren dürfen die Schranke nicht passieren. Ihre Fahrer müssen sich – wohl oder übel – mit einem Platz in der Tiefgarage begnügen, bevor sie das Gelände um den Gasometer in Berlin-Schöneberg betreten. Da ist Reinhard Müller eisern. Der Eigentümer des 65 000 Quadratmeter großen Areals hat seine Gründe: Er will auf seiner Fläche zeigen, dass die modernen Städte von heute längst CO2-neutral funktionieren könnten. Oder anders gesagt: Er lebt heute schon vor, was 2050 einmal Wirklichkeit sein soll.

          Inge Kloepfer

          Freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Müllers Gelände, das er „Euref-Campus“ nennt und gerne als „Reallabor der Energiewende“ bezeichnet, ist im stadtpolitisch oft so unbeweglichen Berlin eine Provokation, und Müller ist der Provokateur. Von Haus aus ist er Architekt, dazu ein sehr erfolgreicher Immobilienunternehmer, der sich auf Denkmalschutz spezialisiert und mit der Sanierung von Altbauten ein Vermögen gemacht hat. Aber das ist zehn lange Jahre her. Seither demonstriert er jeden Tag aufs Neue, dass die Klimaziele für 2050 nicht erst in mehr als 30 Jahren erreichbar wären, sondern heute schon, wenn der inzwischen ziemlich klimamüde Politikbetrieb nur endlich mal handeln würde.

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