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Krise der Deutschen Bank : Italien macht Druck auf Deutschland

  • Aktualisiert am

Italiens Finanzminister Pier Carlo Padoan Bild: Reuters

Die Krise der Deutschen Bank ist eine willkommene Gelegenheit für Italiens Regierung: Jetzt macht sie Druck auf Deutschland.

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          Der Wirtschaftsminister von Italien, Pier Carlo Padoan, hat in einem Interview Druck auf die Bundesregierung ausgeübt: Er fordert eine rasche Lösung für die Schwierigkeiten der Deutschen Bank.

          Italiens Finanzbranche leidet schon seit einiger Zeit unter einem Berg fauler Kredite. So steht die Rückzahlung von Darlehen im Volumen von 360 Milliarden Euro auf der Kippe. Das entspricht etwa einem Fünftel des gesamten Kreditvolumens. „Genauso wie das Problem der faulen Kredite in einem vernünftigen Zeitrahmen gelöst werden muss, sollte dies auch für die Probleme der Deutschen Bank gelten“, sagte Padoan nun der italienischen Zeitung „La Stampa“ in einem am Freitag veröffentlichten Interview. Es sei im Interesse aller, „Lösungen zu finden, die dann umsichtig umgesetzt werden müssen“.

          Trotz aller Probleme mit den eigenen Banken hackt Italiens Regierung schon seit Monaten immer wieder auf das deutsche Bankensystem ein. „Ich würde das italienische Bankensystem nicht gegen das deutsche mit den Sparkassen eintauschen“, sagte Ministerpräsident Matteo Renzi im vergangenen Dezember.

          In den folgenden Monaten legte er nach: Italiens Banken seien viel solider als diejenigen in Deutschland, doch auch wegen der unsolidarischen Blockade Deutschlands gegen eine europäische Einlagensicherung seien zuletzt italienische Sparer bei der Schieflage von Regionalbanken geschädigt worden. Zuletzt wurde verbreitet, Italien habe für die Rettung der ohnehin hochsubventionierten Banken in Deutschland bezahlt, indem das Land 60 Milliarden Euro für die Rettung Griechenlands aufgebracht habe, die von dort vor allem an deutsche Banken geflossen seien.

          Kürzlich rief Ministerpräsident Matteo Renzi auch Bundesbank-Präsident Jens Weidmann dazu auf, die Probleme der deutschen Finanzinstitute anzugehen. Diese haben nach Worten Renzis „Hunderte und Hunderte und Hunderte von Milliarden Euro an Derivaten“.

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