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Griechenland : Tsipras kämpft gegen Protest in eigenen Reihen

Manolis Glezos (l) mit Alexis Tsipras (Archivbild aus dem Jahr 2008) Bild: dpa

Griechenlands Ministerpräsident Tsipras feiert sich als Sieger im Gezerre mit seinen Gläubigern. Ausgerechnet eine Galionsfigur aus seinem Wahlkampf geht nun auf Abstand und spricht von Augenwischerei.

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          Die griechische Regierung steckt in der Klemme: Einerseits muss sie die strikten Anforderungen an Reformen der europäischen Gläubiger erfüllen, andererseits die Erwartungen ihrer Wähler auf grundsätzliche Veränderung. Bis Montagabend muss die griechische Regierung ihre Reformliste präsentieren. Während sich Ministerpräsident Tsipras müht, die Entwicklung in günstigem Licht darzustellen, regt sich nun Protest in den eigenen Reihen.

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

          Eine Galionsfigur aus dem Wahlkampf von Tsipras und seiner Bewegung Syriza geht auf Konfrontationskurs mit dem Ministerpräsidenten: Manolis Glezos, ein 92 Jahre alter Europaabgeordneter und für die linken Griechen zugleich ein Mythos aus der Zeit des Widerstands gegen die deutsche Besatzung. Er unterstellt dem Ministerpräsidenten Augenwischerei.

          In einem Artikel entschuldigte sich Glezos für seine „Mitwirkung an der Schaffung von Illusionen“. Die in Brüssel vereinbarten Umbenennungen – etwa „Institutionen“ statt „Troika“ oder „Vereinbarungen“ anstelle des verhassten „Memorandums“ mit den Reformbedingungen, „Partner“ statt „Gläubiger“ – hätten in der Substanz nichts geändert. Dagegen habe das griechische Volk für die Versprechen von Syriza gestimmt, die Sparpolitik, die Memoranden und die Troika einfach abzuschaffen.

          Aus der Sicht des Kommunisten Glezos muss nun die Partei reagieren, „bevor das Böse voranschreitet“. Denn „zwischen dem Unterdrücker und dem Unterdrückten“ könne es keinen Kompromiss geben. Die Mitglieder und diejenigen, die Syriza unterstützten, sollten in außerordentlichen Versammlungen entscheiden, ob sie die augenblickliche Lage akzeptieren wollten.

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