Corporate-Governance-Kommission : BASF-Chef Bock will die Tugendwächter loswerden

Die Corporate-Governance-Kommission der deutschen Wirtschaft kommt im eigenen Lager unter Beschuss. „Die Kommission hat sich überlebt“, sagte BASF-Chef Kurt Bock der Sonntagszeitung.
Wenn eine vermeintliche Top-Position zu besetzen ist und niemand findet sich, dann ist irgendwas faul. Die Suche nach einem neuen Vorsitzenden für die Corporate-Governance-Kommission ist dafür ein beredtes Beispiel: Gerhard Cromme war der erste Frontmann des Gremiums, Nachfolger Klaus-Peter Müller, seines Zeichens Aufsichtsratschef der Commerzbank, will dieses Jahr aufhören - und niemand steht bereit. Allmählich aber drängt die Zeit: Wer also soll es machen? „Am besten niemand“, sagt BASF-Chef Kurt Bock. Der Klardenker aus Ludwigshafen ist der erste Vorstandsvorsitzende eines Dax-Konzerns, der offen ausspricht was auch andere denken: Die Kommission hat sich überlebt. „Jetzt wäre der geeignete Zeitpunkt, sie ganz aufzulösen, der Abschied ist überfällig“, sagt Bock, der den Club lieber heute als morgen nach Hause schicken will, „mit allem Dank und in allen Ehren.“





