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Deal mit Brüssel : Wie Amazon sich den EU-Regeln beugt

Amazons Logistikzentrum in Bad Hersfeld Bild: Lucas Bäuml

Der Internethändler kommt der EU-Kommission im Kartellstreit entgegen. Das Bundeskartellamt kümmert das nicht. Hier kommt es zur direkten Konfrontation mit Amazon.

          3 Min.

          Der Internethändler Amazon dreht im Kartellstreit mit der EU-Kommission offenbar bei. Die Brüsseler Wettbewerbshüter haben sich mit dem amerikanischen Konzern auf einen „Deal“ geeinigt, der die beiden großen seit 2019 und 2020 laufenden EU-Kartellverfahren mit freiwilligen Zugeständnissen des Unternehmens und damit im Einvernehmen beenden könnte. Ein hohes Bußgeld sowie ein anschließender langjähriger Rechtsstreit, wie sie in vielen anderen Kartellverfahren an der Tagesordnung waren, würden damit vermieden. Ein entsprechender Bericht der „Financial Times“ wurde der F.A.Z. in Brüssel bestätigt.

          Werner Mussler
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.
          Helmut Bünder
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Die Vereinbarung läuft darauf hinaus, dass das Unternehmen Konkurrenten Zugang zu mehr Daten auf seiner Einkaufsplattform zur Verfügung stellt. Damit sollen diese in die Lage versetzt werden, auf der Amazon-Verkaufsplattform ihre Produkte selbst besser zu verkaufen. Weitere Einzelheiten sind noch nicht bekannt. Das ist nicht verwunderlich, weil die Kommission zunächst den Inhalt der Vereinbarung in der kommenden Woche – ohne ihn zu veröffentlichen – den Amazon-Wettbewerbern zugänglich machen will. Diese können dann in einem sogenannten Markttest dazu Stellung nehmen. Die EU-Behörde will so prüfen, ob ihre Wettbewerbsbedenken ausgeräumt werden. Eine endgültige Entscheidung soll im Herbst fallen.

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