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Weitere Nachrichten : Draghi hält an lockerer Geldpolitik fest

  • Aktualisiert am

EZB-Präsident Mario Draghi Bild: Reuters

Yahoo will 15 Prozent seiner Stellen streichen, die Anleger in Tokio nehmen Gewinne mit und die australische Börsenaufsicht ASIC wirft Hochtief Insiderhandel vor.

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          Die Europäische Zentralbank (EZB) will nach Angaben ihres Präsidenten Mario Draghi grundsätzlich an der lockeren Geldpolitik festhalten. Die EZB werde ihren Anti-Krisen-Kurs bei der nächsten Sitzung am 10. März überprüfen, wenn neue makroökonomische Prognosen vorliegen, sagte Draghi am Montag im Europaparlament in Straßburg. "Unsere Geldpolitik funktioniert", sagte er.

          Draghi betonte, dass die lockere Geldpolitik seit 2014 positive Ergebnisse gebracht habe. Die Intervention habe dazu geführt, dass mehr Kredite bereitgestellt worden seien. "Ohne die Lockerung hätte es im vergangenen Jahr eine echte Deflation im Euroraum gegeben, und die Preise wären in diesem Jahr noch weiter zurückgegangen".

          Die EZB ist allerdings besorgt über die schwache Inflation, die weiterhin nahe Null liegt. Man habe immer wieder die Inflationsprognose anpassen müssen, sagte Draghi. Im Dezember sei nur ein Prozent Inflation für dieses Jahr und 1,6 Prozent für nächstes Jahr prognostiziert worden.

          Im EU-Parlament kam die schärfste Kritik gegen die Geldflut von den Liberalen. Die Geldpolitik alleine reicht nicht, um der Wirtschaft auf die Sprünge zu helfen, erforderlich seien auch Strukturreformen der Mitgliedsregierungen und eine gesunde Haushaltspolitik, sagte Cora van Nieuwenhuizen im Namen ihrer Fraktion. Gerade die großen Länder mit hohen Schulden und schwachem Wachstum versuchten am stärksten, die haushaltspolitischen Vereinbarungen nicht einzuhalten. (dpa-AFX)

          Yahoo will 15 Prozent seiner Stellen streichen

          Der angeschlagene Internet-Dino Yahoo steht laut einem Zeitungsbericht vor einem drastischen Job-Abbau. Vorstandschefin Marissa Mayer dürfte nach Vorlage der Quartalszahlen am Dienstag ankündigen, dass 15 Prozent der Arbeitsplätze gestrichen und mehrere Geschäftsbereiche geschlossen werden, berichtete das "Wall Street Journal" am Montag unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Zuletzt habe der Konzern etwa 10 700 Mitarbeiter gehabt. Eine Stellungnahme von Yahoo gab es zunächst nicht.

          Yahoo steckt in der Krise, weil das einst beliebte Online-Portal den Anschluss an Konkurrenten wie die Alphabet-Tochter Google und Facebook verloren hat. Mayer war vor rund drei Jahren angetreten, um das Internet-Urgestein wieder auf Kurs zu bringen. Bislang hatte sie dabei aber keinen Erfolg, was zunehmend für Kritik von Investoren sorgt. Auch andere amerikanischen Medien, wie die "New York Post" und der Tech-Blog "Recode", hatten bereits über einen geplanten Stellenabbau berichtet. (dpa-AFX)

          Anleger in Tokio nehmen Gewinne mit

          Nach der Rally an der Tokioter Börse haben Anleger am Dienstag Gewinne mitgenommen und den Nikkei ins Minus gedrückt. Der Index fiel im Mittagshandel um 0,5 Prozent auf 17.782 Punkte, während der breiter aufgestellte Topix um ebenfalls um 0,5 Prozent auf 1455 Zähler nachgab. Die jüngsten Kursgewinne waren durch die Entscheidung der Notenbank ausgelöst worden, Negativzinsen einzuführen und so die Kreditvergabe anzukurbeln. Am Dienstag jedoch trat die Sorge in den Vordergrund, dass die schwächelnde Weltwirtschaft die Bilanzen der Unternehmen eintrüben könnte.

          Am Devisenmarkt zeigte sich der Euro fester und notierte mit 1,0903 Dollar. Im Vergleich zur japanischen Währung kostete der Greenback 120,67 Yen. Der Schweizer Franken notierte zum Euro mit 1,1111 und zum Dollar mit 1,0189. (Reuters)

          Australische Behörde wirft Hochtief Insiderhandel vor

          Der Baukonzern Hochtief hat nach Angaben australischer Ermittler zugegeben, Regeln gegen den Insiderhandel verletzt zu haben. Wie die Börsenaufsicht ASIC am Dienstag mitteilte, beantragte sie deswegen vor einem Bundesgericht eine Geldstrafe. In dem Fall geht es um den Kauf von Aktien der australischen Hochtief-Tochter Leighton im Jahr 2014. Die Ermittler verdächtigen den deutschen Konzern, Leighton-Anteilsscheine im Wissen gekauft zu haben, dass der Gewinn wohl am oberen Ende einer zuvor genannten Spanne liegen wird.

          Hochtief erklärte, man habe gegen die Regeln versehentlich verstoßen. Ein Handelsgewinn sei nicht beabsichtigt gewesen und auch nicht erzielt worden. Hochtief besitzt etwa 70 Prozent an dem australischen Unternehmen, das inzwischen Cimic heißt. (Reuters)

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