Einzelhandel : Karstadt-Umsatz schrumpft

Der Umsatz des angeschlagenen Warenhaus-Konzerns Karstadt ist geschrumpft. Hohe Verluste wollte das Unternehmen nicht bestätigten und betont, genug Liquidität zu haben.
Der Warenhauskonzern Karstadt hat im vergangenen Geschäftsjahr 2011/12 nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ einen Verlust von knapp 250 Millionen Euro vor Steuern gemacht. Der Konzernabschluss stand bei der Aufsichtsratssitzung in der vergangenen Woche auf der Tagesordnung, das Blatt beruft sich auf vertrauliche Unterlagen.Für 2012/13 werde demnach abermals ein Verlust „in niedriger dreistelliger Millionenhöhe“ erwartet.
Der scheidende Konzernchef Andrew Jennings betont, das Unternehmen habe einen Bargeldbestand in Höhe von mehr als 210 Millionen Euro. Spekulationen, dass Karstadt das Geld ausgehe, nannte er „unverantwortlich“. Jennings hatte angekündigt, seinen Job als Vorstandschef zum Jahresende nach drei Jahren an der Spitze aufzugeben.
Jennings bestätigte indes ein Umsatzminus bis Mitte Juni von3,6 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des zurückliegenden Geschäftsjahres. Grund sei unter anderem die schlimmste Frühjahrssaison im Modebereich für Einzelhändler in Europa seit vielen Jahren. Außerdem seien verlustbringende Abteilungen wie Multimedia geschlossen worden. Für den Zeitraum seit April zeige die Entwicklung aber wieder nach oben.
Im Mai ging nach einem „Focus“-Bericht der Umsatz der 86 regulären Karstadt-Warenhäuser um sieben Prozent zurück, während die drei Häuser der „Premium-Group“ - das KaDeWe in Berlin, das Alsterhaus in Hamburg und Oberpollinger in München - um sieben Prozent zulegen konnten. Ein Karstadt-Sprecher wollte dies nicht kommentieren.





