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Europas größter Gabelstapler-Hersteller : Kion geht am 28. Juni an die Börse

  • Aktualisiert am

Gabelstapler im Einsatz Bild: dpa

Europas größter Gabelstaplerhersteller Kion will bei seinem Börsengang bis zu 594 Millionen Euro einsammeln. Das frühere Linde-Tochterunternehmen bietet von Montag an bis zum 26. Juni bis zu 19,8 Millionen Aktien zur Zeichnung an, die Preisspanne wurde am Freitag auf 24 bis 30 Euro festgelegt.

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          Am 28. Juni will Kion sein Debüt an der Frankfurter Börse feiern. Bis zu 20 Prozent der Aktien sollen dann im Streubesitz sein. Der im vergangenen Jahr eingestiegene chinesische Maschinenbaukonzern Weichai Power will seine Beteiligung im Zuge des Börsengangs auf 30 Prozent von 25 Prozent nach oben schrauben und steuert dafür nochmals bis zu 400 Millionen Euro bei. Die Finanzinvestoren KKR und Goldman Sachs, die Kion 2006 aus der Linde AG herausgelöst hatten, wollen mindestens die Hälfte der Anteile behalten.

          Insgesamt kann Kion mit dem Börsengang seine Schulden von zuletzt 1,82 Milliarden Euro um mehr als eine Milliarde Euro senken. „Auf dieser Basis können wir unseren globalen Wachstumskurs mit größerem Spielraum und Nachdruck weiter vorantreiben“, begründete Kion-Vorstandschef Gordon Riske den Schritt. Kion ist hinter dem japanischen Mischkonzern Toyota Industries weltweit die Nummer zwei bei Gabelstaplern und anderen Flurförderzeugen. Zum Konzern gehören die Marken Linde, Still und OM.

          In der Mitte der Preisspanne wäre Kion nach dem Börsengang 2,67 Milliarden Euro wert. Trotz des relativ geringen Anteils, der nicht in festen Händen ist, ist das Unternehmen damit ein Kandidat für einen Einzug in den Nebenwerteindex MDax. Kion ist das erste von drei Unternehmen im Besitz großer Finanzinvestoren, die in den nächsten Wochen an die Frankfurter Börse gehen wollen: Anfang Juli sollen der Wohnimmobilienkonzern Deutsche Annington und der Wissenschaftsverlag Springer Science folgen. Die beiden Altaktionäre KKR und Goldman Sachs organisieren den Börsengang federführend selbst, in der zweiten Reihe stehen die Deutsche Bank und Morgan Stanley.

          Altaktionäre warten auf steigende Kurse

          KKR und Goldman Sachs wollen beim Börsengang selbst nur dann Aktien abgeben, wenn die Nachfrage entsprechend groß ist. Aus dieser Platzierungsreserve können sie aber maximal 77 Millionen Euro einstreichen. Sie machen damit nicht sofort Kasse, sondern setzen darauf, weitere Aktien später über die Börse verkaufen zu können. Sie haben sich aber verpflichtet, das ohne Zustimmung der Banken innerhalb der ersten sechs Monate nicht zu tun. Zugleich wandeln sie den Rest ihres Gesellschafterdarlehens von 118 Millionen Euro in Aktien um. Den größten Teil davon hatten sie schon beim Einstieg der Chinesen getauscht.

          Weichai Power zeichnet noch vor dem Börsendebüt 13,7 neue Kion-Aktien, zahlt dafür aber maximal jeweils 29,21 Euro - den gleichen Preis, den der Konzern für sein bisheriges Engagement gezahlt hatte. Die Gefahr einer Übernahme durch Weichai sieht Kion-Chef Riske nicht: Es sei vereinbart, dass die Chinesen unter 50 Prozent blieben. Sie hatten 730 Millionen Euro für 25 Prozent an Kion sowie die Mehrheit an deren Hydraulik-Sparte hingeblättert. Es war die bislang größte Investition eines chinesischen Unternehmens in Deutschland.

          Im ersten Quartal hatte der Gabelstapler-Hersteller - ohne die Hydrauliksparte - 1,09 Milliarden Euro umgesetzt, fast so viel wie ein Jahr zuvor. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) nahm um drei Prozent auf 93 Millionen Euro zu. Die operative Umsatzrendite lag bei 8,5 Prozent - mittelfristig soll sie auf mehr als zehn Prozent steigen.

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