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Kommunalwahl in Bad Homburg : Oberbürgermeister Hetjes spricht von „historischem Ergebnis“

Klarer Sieg: Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) hat die Wiederwahl im ersten Anlauf geschafft. Bild: Helmut Fricke

In Bad Homburg setzt sich der Amtsinhaber Alexander Hetjes klar gegen seine Konkurrenten durch. Aber im Kreis bleibt vieles offen.

          2 Min.

          Alexander Hetjes (CDU) ist der einzige klare Sieger eines spannenden Wahlabends im Hochtaunuskreis. Der Bad Homburger Oberbürgermeister setzte sich am Sonntag im ersten Wahlgang klar gegen seine drei Mitbewerber durch, die er schon früh mit großem Abstand hinter sich gelassen hatte. Mit 59,6 Prozent wurde der 41 Jahre alte Amtsinhaber für weitere sechs Jahre wiedergewählt. Hetjes ist der erste Bad Homburger Oberbürgermeister, dem seit Einführung der Direktwahl vor 26 Jahren die Wiederwahl gelungen ist. Er sprach daher von einem „historischen Ergebnis“.

          Bernhard Biener
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Thomas Kreuder (SPD) kam mit 15,7 Prozent auf den zweiten Platz, gefolgt von Alexander Unrath (Die Grünen) mit 13,7 Prozent. Armin Johnert erzielte elf Prozent und damit mehr als die Bürgerliste Bad Homburg (BLB), als deren Kandidat er antrat. Kreuder, der wie Unrath und Johnert auch für die Stadtverordnetenversammlung kandidiert hatte, empfahl der SPD eine Fortsetzung der Koalition mit der CDU.

          Bei den anderen drei Bürgermeisterwahlen im Kreis wurde die Entscheidung auf den 28. März vertagt. In Oberursel, wo zum Redaktionsschluss der F.A.Z. noch zwei Stimmbezirke fehlten, kommt es zu einer Stichwahl zwischen Carsten Trumpp (CDU), der sich mit 27,7 Prozent an die Spitze setzte, und Antje Runge (SPD). Sie lag mit 24,5 Prozent vor dem Ersten Stadtrat Christof Fink (Die Grünen), dem viele den Einzug in die Stichwahl zugetraut hätten. Mit 19,8 Prozent reichte es allerdings nicht.

          „Das wird noch zwei Wochen harte Arbeit.“

          Trumpp will nun vor allem um die Wähler der Oberurseler Bürgergemeinschaft werben, deren Kandidat Andreas Bernhardt auf 9,2 Prozent kam. Auch bei der FDP sieht der CDU-Mann Potential. FDP-Bewerber Michael Planer erreichte 9,6 Prozent.

          Runge setzt nach eigenen Worten wie bisher auf einen Wahlkampf über die Parteigrenzen hinweg. Der parteilose Dirk Müller-Kästner (parteilos) lag mit 4,4 Prozent vor Peter Lutz (AfD), der auf 2,7 Prozent kam, und Dennis Luxen von der Partei, der mit 1,7 Prozent das Schlusslicht bildete.

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          Trends und Ergebnisse : Alle Zahlen zur Kommunalwahl in Hessen

          Wie in Oberursel, wo der langjährige Amtsinhaber Hans-Georg Brum (SPD) nicht mehr antrat, stand auch in Friedrichsdorf der Abschied von Bürgermeister Horst Burghardt (Die Grünen) schon vorher fest. Um seine Nachfolge kämpfen nun Lars Keitel (Die Grünen) und Katja Gehrmann (CDU). Keitel setzte sich mit 32 Prozent an die Spitze und sprach von einem Erfolg in der ersten Etappe. „Das wird noch zwei Wochen harte Arbeit.“

          Grünen zweitstärkste Kraft

          Gehrmann nannte ihre 29,1 Prozent ein „großartiges Ergebnis“. Das habe seit Jahrzehnten kein CDU-Kandidat in Friedrichsdorf geschafft. Jens Witte (FWG) kam mit 16,2 Prozent am nächsten an die beiden Spitzenreiter heran. FDP-Kandidat Jochen Kilp lag mit 14,5 Prozent deutlich vor SPD-Kandidatin Jutta Janda, die 8,3 Prozent erreichte.

          In Glashütten gelang es Bürgermeisterin Brigitte Bannenberg (parteilos) nicht, ihr Amt im ersten Wahlgang zu verteidigen. Mit 45,1 Prozent blieb sie sogar knapp hinter ihrem Herausforderer Thomas Ciesielski (CDU), der mit 47,8 Prozent mit ihr in die Stichwahl geht. Nicht dabei sein wird dann der parteilose Jürgen Melzer, der 7,2 Prozent erreichte.

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          Im Kreistag deutete der Trend darauf hin, dass es für eine schwarz-rote Koalition knapp werden könnte, die Grünen wären zweitstärkste Kraft. Was die Kommunalparlamente anging, wird die CDU in Bad Homburg mit 43 Prozent abermals stärkste Fraktion. Die Grünen lägen dem Trend nach mit 21 Prozent an zweiter Stelle, der CDU-Koalitionspartner SPD bei etwa 12,6 Prozent.

          Diese Zahlen dürften sich durch Kumulieren und Panaschieren noch deutlich ändern. Das gilt auch für Oberursel, wo die Grünen zunächst dem Trend nach stärkste Fraktion waren. In Friedrichsdorf lägen sie mit gut 32 Prozent klar vorn. Die Klimaliste, die auch in Oberursel antrat, darf wohl nur in Königstein auf einen Sitz hoffen.

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