https://www.faz.net/-gzg-73t67

Eintracht Frankfurt : Erfolg macht sexy: 30.000 Trikots verkauft

  • -Aktualisiert am

Auch der Sieg gegen Hannover unterstützt die Trikotverkäufe der Eintracht Bild: AFP

Siege steigern den Wert der Frankfurter Eintracht sprunghaft. Das zeigt sich auch im Merchandising. Bisher hat der Verein rund 30.000 Trikots seiner Bundesliga-Kicker abgesetzt.

          2 Min.

          Neunzehn Punkte nach acht Spieltagen, Platz zwei hinter Bayern München, sieben Punkte vor Meister Borussia Dortmund, das sind die sportlichen Rahmendaten des Höhenflugs der Frankfurter Eintracht. Der Erfolg des Aufsteigers ist aber auch an vielen anderen Zahlen, Begebenheiten und Auswirkungen ablesbar. Und er macht deutlich, wie schwer es werden kann, die Erwartungen halbwegs zu erfüllen.

          Am Samstag waren 50.500 Zuschauer in die Arena gekommen, einst waren es bei Spielen gegen Hannover 8000 oder bestenfalls 19 000 im alten Waldstadion. Die Eintracht weist nach fünf Bundesliga-Heimspielen einen Besucherschnitt von 46 150 auf, und dies, obwohl beim Saisonauftakt gegen Bayer Leverkusen wegen eines DFB-Urteils nur 35.000 Gäste zugelassen waren. Die Fußballfans stehen aber nicht nur zu Hause zur Mannschaft, sondern auch auswärts. So konnte der Klub jüngst vermelden, dass die kompletten Zehn-Prozent-Kontingente, die für die Auswärtsspiele in Stuttgart, München und auf Schalke zur Verfügung stehen, längst unter die Kunden gebracht worden sind.

          „Eintracht ist frech, sexy und offensiv.“

          Auch der Trikotverkauf steigt in für Frankfurter Verhältnisse ungewohnte Höhen. Längst wurden weit mehr als 30 000 Leibchen in den Fanshops verkauft. Die Leistungen der Mannschaft haben in der gesamten Region für eine „große Begeisterung“ gesorgt, sagt Finanzvorstand Axel Hellmann. Vereinspräsident Peter Fischer ergänzt: „Die Eintracht ist frisch, frech, sexy und offensiv.“

          Und die Spieler sind begehrt. Nach acht Begegnungen in dieser Saison werden die U 21-Nationalspieler Sebastian Rode und Sebastian Jung nicht nur mit der A-Nationalmannschaft in Verbindung gebracht, sondern auch mit renommierten Vereinen. Torwart Kevin Trapp ist ein großer Sprung nach vorne gelungen, Verteidiger Bastian Oczipka könnte ebenfalls ein Mann für Bundestrainer Joachim Löw werden. Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie den persönlichen Marktwert deutlich gesteigert haben. Auch wenn es geschätzte Summen sind, machen die Zahlen beim Internetportal „transfermarkt.de“ deutlich, welche Wertschätzung die Talente genießen. Der einst für eine Viertelmillion Euro aus Offenbach geholte Rode wird nun auf 3,5 Millionen Euro taxiert; genau wie der aus der eigenen Jugend entwickelte Jung. Trapp wurde für 1,5 Millionen Euro aus Kaiserslautern geholt, soll jetzt das Doppelte wert sein. Und Oczipkas Wert wird mit 1,5 Millionen Euro angegeben - nur ein Drittel davon hat die Eintracht im Sommer an Bayer Leverkusen als Ablöse gezahlt.

          Großveranstaltung Pressekonferenz

          Der Erfolg bringt dem Publikum mehr Spaß, dem Klub auch durch gesteigerte Fernsehgelder mehr Geld und höhere Medienpräsenz. Gleich zwei Spieler des Aufsteigers durften in den ersten Wochen der Saison ihre Meinung beim ZDF im „Aktuellen Sportstudio“ zum Besten geben. Trapp vor ein paar Wochen, zuletzt Oczipka. Vorstandschef Heribert Bruchhagen und Trainer Armin Veh sind gerngesehene Gäste in den Talkshows. Innerhalb kürzester Zeit ist es der Eintracht gelungen, den Fokus der Öffentlichkeit weg vom negativen Image wegen verschiedener Fan-Ausschreitungen hin zur attraktiven Spielweise der Mannschaft zu richten. Dazu haben neben den erfolgreichen Fußballprofis auch die womöglich einsichtigen Anhänger mit ihren Choreographien vor den Heimspielen beigetragen. Alleine in Nürnberg war wegen des Abbrennens von Pyrotechnik ein Rückfall in alte Zeiten zu vermerken.

          Die Pressekonferenzen, vor nicht allzu langer Zeit noch einer Handvoll regionaler Berichterstatter und zwei Kamerateams vorbehalten, sind inzwischen Großveranstaltungen. Nach dem Spiel gegen Hannover war der Presseraum in der Arena, gebaut und ausgelegt für WM-Spiele, komplett gefüllt. Neben den deutschen TV-Stationen drehten auch vier japanische Fernsehsender, um über den japanischen Nationalspieler der Eintracht, Takashi Inui, zu berichten. Was Mirko Slomka, den Trainer von Hannover, zu einer launigen Bemerkung veranlasste: „Wenn ihr internationalen Fußball spielt, müsst ihr bald anbauen.“

          Jung will vorzeitig verlängern

          Eintracht Frankfurt hat große Chancen, den Vertrag mit seinem zuletzt so starken Außenverteidiger Sebastian Jung vorzeitig zu verlängern. „Wir sind in guten Gesprächen“, bestätigte Sportdirektor Bruno Hübner am Montagabend in der TV-Sendung „Heimspiel“ des Hessischen Rundfunks. Auch Jung selbst erklärte: „In den nächsten Wochen oder Monaten wird da etwas passieren. Und dann werden wir etwas verkünden.“ Der derzeitige Kontrakt des 22 Jahre alten Eigengewächses läuft noch bis zum 30. Juni 2014.

          Hübner traut sowohl Jung als auch Linksverteidiger Bastian  Oczipka und Mittelfeldspieler Sebastian Rode den Sprung in die Nationalmannschaft zu. Die Vertragsgespräche mit dem  angeblich auch von Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen umworbenen Rode sind allerdings ins Stocken geraten. Es sei schwer, einen derart begehrten und zurzeit hoch gehandelten Spieler langfristig an die Eintracht zu binden, meinte der Sportdirektor. „Er hat noch zwei Jahre Vertrag, aber die wird er auf jeden Fall erfüllen“, sagte Hübner. (lhe.)

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die Muslime und wir : Islam heißt Hingabe an Gott

          Die Islam-Debatte wird begleitet von dem Ringen, Freiheit und Autorität in Übereinstimmung zu bringen. Ein Plädoyer für eine versöhnte Verschiedenheit.
          Rohre für die Europäische Gas-Anbindungsleitung Eugal in Brandenburg

          Energiewende : Erdgas ist erstmals wichtiger als Steinkohle

          Noch nie ist so viel Strom aus Erdgas in Deutschland gewonnen worden wie im Jahr 2019. Dadurch konnte ein erheblicher Beitrag zur Minderung des CO2-Ausstoßes geleistet werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.