Perspektiven der Stadt (5): Berlin : Entschuldigen Sie bitte, haben Sie zufällig die Mauer gesehen?

Fünfzig Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer erinnert kaum noch etwas an die Zeit der Teilung. Vor allem für ausländische Besucher ist es schwer, sich das damalige Grauen vorzustellen - mit Touristen auf Spurensuche durch eine Stadt, die sich gegen die Vergangenheit sträubt.
Wo soll man am besten anfangen, wenn man mit ausländischen Gästen Berlin erkunden möchte? Beim Ku'damm, KaDeWe, Funkturm, Alex? Oder bei der Mauer? Ja, die Mauer ist immer gut. Die kennt schließlich jeder. Sie steht für diese zerrissene Stadt, für Trennung und Wiederfinden. Sie ist mehr als nur eine Landmarke; sie ist einzigartig in der Welt. Ein Symbol. Ohne die Mauer gäbe es nicht den Mythos Berlin. Deswegen kommen die meisten Gäste in die Stadt. Zu den Narben, die sie in ihrem Gesicht hinterließ, werden wir dann in diesen winzigen Autos fahren, die aussehen wie zu groß geratenes Spielzeug. "Wie heißen die noch mal?", fragt Cressida. "Sie heißen Trabi."





