Kommentar : Wut, Hass und Gewalt
In den Vereinigten Staaten greift der Hass um sich. Donald Trump müsste das Land dringend einen. Stattdessen spaltet er nur.
Donald Trump ist von 63 Millionen Amerikanern gewählt worden. In den Motivanalysen wurden oft Unzufriedenheit mit „dem System“ genannt, dazu Hass auf „das Establishment“, Pessimismus – und Wut. Immer wieder Wut auf Gott und die Welt. Trump war und ist der Held dieser Wütenden; der Nationalismus, den er ihnen für den Weg in eine neue Morgenröte anbot, sprach vielen aus der Seele. Selbstverständlich kann man nur einen Teil des Trump-Elektorats am ganz rechten Rand des politischen Spektrums verorten, aber dieser rechtsradikale Teil gehört zum Kern seiner Wählerkoalition. Deswegen braucht man sich nicht wirklich zu wundern, dass Trump das Geschehen in der Universitätsstadt Charlottesville vom vergangenen Wochenende nicht eindeutig, klar und ohne jede Verrenkung einordnet und bewertet.



