Kommentar : Trump vollzieht die Zeitenwende

Donald Trump ist wieder in seiner Heimat, doch die Lehre aus seiner ersten Europa-Reise bleibt. Amerikas Präsident will nicht führen, er will „sein Geld“ zurück und umschmeichelt Autokraten. Für die Europäer ist das bitter.
Wahlen haben Konsequenzen; es ist eben doch von Bedeutung, wer das Siegertreppchen der Demokratie erklimmt – diese gelegentlich in Vergessenheit geratene Binsenweisheit konnte man in der zurückliegenden Woche in Aktion erleben, in Gestalt des amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Der Immobilienmogul, der mit der nationalistisch inspirierten Parole „Amerika zuerst“ und der „Erzählung“ von Amerika als Opfer der Weltpolitik den Einzug in Weiße Haus geschafft hat, hat sich mit den „alten“ Partnern der Vereinigten Staaten getroffen. Aber nicht um Süßholz zu raspeln, Gewissheiten in unruhiger Zeit zu bekräftigen oder um, über alle Themen der Agenda hinweg, das Gemeinsame auf dem Weg nach vorne dem Trennenden voranzustellen. Er hat ein paar Schläge ausgeteilt und so die Hoffnungen in sich zusammenfallen lassen, die Monate im Amt würden einen mäßigenden, disziplinierenden Einfluss auf ihn ausüben, weil er die Vielschichtigkeit der Probleme kennenlernen würde.






