Papandreou in Berlin : Können sie es wirklich?
Während zu Hause die Hütte brennt, suchte Papandreou den Deutschen die Zweifel zu nehmen. Für seinen Optimismus muss man den Regierungschef des europäischen Sorgenkindes bewundern. Aber mit dem „Wir können“ ist das so eine Sache.
Das war eine beachtliche, honorige Vorstellung, die der griechische Ministerpräsident Papandreou in Berlin gab: kämpferisch, selbstkritisch, zuversichtlich. Während zu Hause die Hütte brennt, weil viele seiner Landsleute Sturm laufen gegen seine Sparpolitik, suchte er den Deutschen, zwei Tage vor der Abstimmung im Bundestag über den erweiterten Rettungsschirm, die großen Zweifel zu nehmen, dass die Griechen es mit ebendiesem Sparen nicht ernst nähmen. Und wenn sie es ernst nähmen, dass es vielleicht doch nicht reichen könnte und Griechenland ein Fass ohne Boden würde. Papandreou weiß nur zu gut, dass diese Zweifel nicht grundlos sind: Weitverbreitet sind Korruption und Klientelismus, enorm ist der Modernisierungsbedarf von Staat und Gesellschaft. Von einer zukunftsfähigen Wirtschaft zu schweigen. Ohne die geht es aber nicht.



