Kommentar zu Trumps Ministern : Wer das Sagen hat
Bei aller Sorge über Trump, der mit seinen Auftritten immer wieder für Irritationen sorgt, macht sein Kabinett einen anderen Eindruck – die designierten Minister treten professionell auf. Die Sorge bleibt.
Wir haben in dieser Woche eine Pressekonferenz des künftigen amerikanischen Präsidenten erlebt und Anhörungen designierter Kabinettsmitglieder vor Ausschüssen des Senats. Die Vorstellung Trumps war nicht dazu angetan, dem mulmigen Gefühl entgegenzuwirken, das viele auch wegen seiner Unberechenbarkeit, der extrem leichten Reizbarkeit und dem autoritären Stil haben.
Die designierten Minister für Verteidigung und Äußeres gaben ein ganz anderes Bild ab: verbindlich, professionell, die Rolle der Vereinigten Staaten und deren Interessen in der Welt verstehend. Hatte Trump, vor allem in Wahlkampf, sich geringschätzig über Amerikas Bündnisse und Partner geäußert, so singt der frühere General Mattis das Hohelied auf ebendiese Allianzen, also auf die Nato. Das sollte die irritierten Europäer etwas beruhigen.
Mattis ist auch skeptisch, was das Verhältnis zu Russland anbelangt – die Skepsis gründet in einer realistischen Interpretation russischer Motive, sie läuft Trumps Bewunderung für Putin („starker Mann“) zuwider. Allerdings gilt der Satz weiterhin: Der Präsident ist der Präsident ist der Präsident.



