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Kommentar : Krass, vulgär und altbekannt

  • -Aktualisiert am

„Ihre Rede war nicht in Ordnung. Die einende Botschaft fehlte.“, so der Veranstalter des Korrespondentendinners Bild: Reuters

Über die Rede der Komikerin Michelle Wolf auf dem Korrespondentendinner des Weißen Hauses spalten sich die Meinungen. Die einen sprachen von Schande, die anderen feierten ihren Protest. Doch was war ihre Rede denn nun wirklich?

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          Ivanka Trump gleiche einem Windeleimer, sagte sie: von außen glänzend, von innen voller Kot. Über den Republikaner Paul Ryan mutmaßte sie, dass ihm bei der Zirkumzision auch die Hoden genommen worden seien. Und sie fragte, wie man Trumps Beraterin Kellyanne Conway wohl unter einen fallenden Baum kriegen könnte. All das raunte die Komikerin Michelle Wolf nicht in irgendeinem Keller ins schattige Publikum, sondern krähte es auf dem Korrespondentendinner des Weißen Hauses in das Mikrofon.

          Dort versammelt sich jedes Jahr Amerikas Elite aus Politik und Presse. Der Auftritt eines Comedians gehört genauso dazu wie eine selbstironische Rede des Präsidenten. Doch Trump war schon zum zweiten Mal in Folge nicht gekommen. Er schickte seine Sprecherin Sarah Sanders, die auf der Bühne litt, während Wolf sich über ihr Makeup aus „verbrannten Lügen“ ausließ. Die Zuhörer hoben die Augenbrauen, machten „Ohh“ und kicherten. Hinterher sprachen die einen von Schande, die anderen feierten Wolfs Auftritt als mutigen Protest. Der Veranstalter sah sich genötigt, eine Erklärung abzugeben: Die Rede sei nicht in Ordnung gewesen. Die einende Botschaft habe gefehlt.

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