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Vaginalringe : Ein Ring, sie alle zu schützen

Aus Silikon: Der Dapivirin-Ring schützt Frauen einen Monat lang vor HIV. Bild: AP

Nach 16 Jahren Forschung empfiehlt die Europäische Arzneimittelagentur ein Mikrobiozid zum Schutz vor HIV. Wie wichtig so ein Schutz ist, zeigt sich gerade auch mit Blick auf die Corona-Pandemie.

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          Der ehemalige Leiter des Aids-Bekämpfungsprogramms der Vereinten Nationen (UN-Aids), Peter Piot, sollte recht behalten. Vor 16 Jahren sagte er im Gespräch mit der F.A.Z., er sei sich sicher, dass es Mikrobiozide früher auf dem Markt geben werde als einen Aids-Impfstoff. Mikrobiozide sind mikrobentötende Substanzen, die Frauen vaginal auch als Schutz vor HIV einsetzen können, ohne dass ihre Sexualpartner davon wissen. Schon vor 16 Jahren wurde auch mit vaginalen Ringen experimentiert, vor vier Jahren konnte durch zwei Studien gezeigt werden, dass Vaginalringe, die nach und nach den virenhemmenden Wirkstoff Dapivirin abgeben, das Gesamtrisiko, sich mit HIV zu infizieren, um 35 Prozent senken. Vor wenigen Tagen haben diese Ringe nun von der Europäischen Arzneimittelagentur (Ema) eine positive wissenschaftliche Stellungnahme bekommen. Die Ema empfiehlt ihre Anwendung in Entwicklungsländern bei Frauen von 18 Jahren an.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Damit hat die International Partnership for Microbicides (IPM) eine wichtige Hürde genommen. Die 2002 gegründete Non-Profit-Organisation kann jetzt beginnen, zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation im südlichen Afrika die Markteinführung ihres Dapivirin-Rings vorzubereiten. Viele afrikanische Länder erkennen die Stellungnahme der Ema an, was dazu beitragen kann, die Überprüfungen zu beschleunigen. IPM wird darüber hinaus einen Antrag bei der amerikanischen Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde stellen. Schon im nächsten Jahr könnten Frauen in Kenia, Malawi, Ruanda, Zimbabwe, Südafrika, Tansania und Uganda einen zusätzlichen HIV-Schutz zur Verfügung haben.

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