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Potentielle Virenschleudern : Wie Superspreader das Virus verbreiten

Mehr als 80 Prozent der Coronaübertragungen wird offenbar von weniger als zehn Prozent der Infizierten verursacht (Symbolbild). Bild: dpa

Von so etwas wie einer Herdenimmunität ist man weit entfernt. Sogenannte Superspreader, also Virenschleudern, sind für die meisten Infektionen mit Sars-CoV-2 verantwortlich.

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          Süd- mit Mittelamerika sowie Russland sind inzwischen zu Epizentren der Corona-Pandemie geworden, auch in Vorderasien summieren sich die Infektions- und Opferzahlen. Aus der geographischen Distanz zu diesen Regionen allerdings den Schluss zu ziehen, die Ausbreitung des Sars-CoV-2-Virus habe sich in Europa quasi erschöpft und dümpele bis zum Ende der Epidemie vor sich hin, während der Erreger sich neue Territorien sucht, wäre grundfalsch.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Virologen und Epidemiologen sind sich einig: Der Anteil der betroffenen Bevölkerung im Land mit etwa 180.000 bestätigten Infizierten (bei mehr als 8000 Covid-19-Toten), geschätzt etwa 160.000 Genesenen und einer immer noch unklaren Dunkelziffer an unbemerkten Corona-Infektionen ist viel zu gering, um sich entspannt zurücklehnen zu können. Das ist im Rest Europas nicht anders: Antikörper-Stichproben in vielen Ländern zeigen, dass der Anteil der Personen, die noch keinen Kontakt mit dem Virus hatten, vereinzelt bei mehr als 80, meistens aber bei weit mehr als 90 Prozent liegt. Das heißt: Die Zahl „potentieller Infektionsopfer“ ist auch in „ehemaligen“ Corona-Epizentren noch gewaltig. Von so etwas wie einer Herdenimmunität ist man weit entfernt.

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