Tagebuch aus Malmö (4) : Küssen gegen Russland

Im zweiten Halbfinale des „Eurovision Song Contest“ ist für die Israelin Moran Mazor Schluss. Auch Ralph Siegel scheitert wieder. Dafür mausert sich ein Hipster aus Budapest, der anfangs nicht mal am Grand Prix teilnehmen wollte, zu einem Geheimfavoriten.
Für die Unverbesserlichen, die am Mittwoch in Malmö für Palästina und zugleich gegen eine Künstlerin demonstriert hatten, dürfte es ein kleiner Triumph gewesen sein: Die junge Israelin Moran Mazor hat es nicht ins Finale geschafft - und das ausgerechnet an ihrem 22. Geburtstag. Ihre hebräische Ballade „Rak Bishvilo“ (Nur für ihn), die sie mit viel Herzblut und Inbrunst vortrug, kam nicht an. Nicht erst in Schweden, wo sich selbst einige Politiker gegen eine Teilnahme Israels am Grand Prix ausgesprochen hatten, sah sich Mazor einem plötzlichen Furor ausgesetzt: Der britische Modedesigner John Galliano hatte für sie ein Kleid für den „Eurovision Song Contest“ (ESC) anfertigen wollen. Doch weil Gallianos antisemitische Pöbeleien Anfang 2011 noch nicht vergessen und verziehen sind, untersagte der israelische öffentlich-rechtliche Sender IBA der Sängerin, sich von ihm einkleiden zu lassen.





