Vorbild für Kinder :
Sardische Restaurants wollen kein Handy am Tisch

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Keine Bildschirme mehr auf dem Esstisch: Auf Sardinien wollen mehrere Restaurants das durchsetzen.
Keine Bildschirme mehr auf dem Esstisch: Auf Sardinien wollen mehrere Restaurants das durchsetzen.Picture Alliance

15 Restaurants auf Sardinien versuchen, Familien zu überzeugen, bei einem Besuch das Smartphone wegzulegen. Die freiwilligen Vereinbarungen sehen genau Regeln vor. Als Dank gibt es ein „Begegnungsset“.

Die Regierung der autonomen Region Sardinien will Familien davon überzeugen, beim Restaurantbesuch und womöglich auch zu Tisch daheim auf die Benutzung des Handys zu verzichten. Zu dem Pilotprojekt im Monat November unter dem Motto „A tavola senza schermi“ (Zu Tisch ohne Bildschirme) haben sich nach Angaben der Regionalregierung in Cagliari bisher 15 Restaurants angemeldet.

Familien werden dazu eingeladen, ihre Smartphones beim Restaurantbesuch zu Mittag und am Abend beiseitezulegen und sich stattdessen zu unterhalten oder gemeinsam zu spielen. Ihre Handys sollen die Restaurantbesucher entweder in ihren Taschen verstauen oder in bereitgestellte Körbe legen.

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Das Projekt wurde gemeinsam von der Ombudsfrau der Region für Kinder und Jugendliche, Anna Cau, und dem Präsidenten des sardischen Gastgewerbeverbands Emanuele Frongia entwickelt. Die teilnehmenden Gaststätten sind über die gesamte Insel verteilt, von größeren Städten wie Cagliari, Olbia, Alghero und Oristano bis zu kleineren Gemeinden.

Ausnahmen müssen vorher abgesprochen werden

Teilnehmer an dem Pilotprojekt sollen bei ihrer Ankunft im Restaurant eine freiwillige Vereinbarung zum Abschalten oder Weglegen ihrer Handys treffen. Die „Vereinbarung zu Tisch“ (Patto a Tavola) sieht vor, dass Mobiltelefone verstaut oder weggelegt werden. Ausnahmen müssen zuvor abgesprochen werden, dringende Telefonate müssen abseits vom Tisch und außer Hörweite der Familienmitglieder geführt werden.

Am Tisch erhalten Familien ein „Begegnungsset“ (Kit del Ritrovo), das Buntstifte, altersgerechte Brettspiele sowie einen Informationsflyer mit QR-Code für den Zugriff auf pädagogisches Material enthält. Während man auf das Essen wartet, soll man sich unterhalten oder die bereitgestellten Spiele nutzen.

Die Initiative stützt sich auf Daten des italienischen Verbands der Kinderärzte (FIMP). Danach nutzen 95 Prozent der Jugendlichen regelmäßig ein Smartphone, mehr als 50 Prozent lassen es rund um die Uhr eingeschaltet. Bei rund 25 Prozent zeigt sich nach FIMP-Erhebungen ein problematisches Nutzungsverhalten, das zu Schlafstörungen, sozialer Isolation und Selbstverletzung führen kann. In einer Befragung des Verbands gaben 87 Prozent der Eltern an, dass sie sich Unterstützung und konkrete Handlungsempfehlungen zum Umgang mit der Handynutzung ihrer Kinder wünschen.

Die Organisatoren des Projekts hoffen, dass sich die Erfahrung des Handyverzichts beim Restaurantbesuch auch positiv auf die Essgewohnheiten zu Hause auswirkt. Sie heben hervor, dass es maßgeblich von der Vorbildfunktion der Eltern abhängt, wie Kinder und Jugendliche mit dem Handy umgehen. In Italien werden derzeit verschiedene Vorschläge eines Verbots der Smartphonenutzung für Jugendliche unter 13 oder 14 Jahren debattiert. Ein konkretes Gesetzesprojekt gibt es bisher nicht.

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