https://www.faz.net/-gv6-6nkyl

Medienschau : Hewlett-Packard will sein PC-Geschäft aufgeben

  • Aktualisiert am

Die Bank of America streicht 3.500 Stellen, die Book-to-Bill-Ratio der Chipausrüster sinkt auf 0,86, die BayernLB soll erstmals Staatshilfen zurückzahlen und Ökonomen rechnen mit einem deutlichen Rückgang der Inflation im Euroraum.

          3 Min.

          Unternehmensnachrichten

          Hewlett-Packard will sein PC-Geschäft aufgeben

          Wie vor sieben Jahren IBM will sich nun auch Hewlett-Packard von seinem PC-Geschäft trennen, das nur noch niedrige Margen abwirft. Der seit der Übernahme des Konkurrenten Compaq vor knapp einer Dekade weltgrößte Hersteller von Personal Computern bestätigte am Donnerstagabend entsprechende Medieninformationen. Die laufende Prüfung aller Optionen könne zu einer teilweisen oder vollständigen Trennung vom PC-Geschäft führen, heißt es in einer noch vor amerikanischen Handelsschluss verbreiteten Mitteilung.

          Aufgeben wird HP auch das Geschäft mit Tablet-PC und Smartphones, wo sich der Konzern erst im vergangenen Jahr mit der Übernahme des Spezialisten Palm ein neues Betriebssystem verschafft hatte.

          Im Gegenzug will sich der Konzern im Softwaregeschäft verstärken: Hewlett-Packard erwirbt für rund 10,25 Milliarden Dollar die britische Autonomy Corp, die auf Softwarelösungen für Unternehmen spezialisiert ist. HP wird seit einem dreiviertel Jahr von Leo Apotheker geführt, der bis Anfang vergangenen Jahres Vorstandschef beim Walldorfer Softwaregiganten SAP gewesen war.

          Die zugleich veröffentlichten Zahlen für das dritte Quartal trafen mit 31,2 (Vorjahr: 30,7) Milliarden Dollar Umsatz und 1,10 Dollar bereinigtem Gewinn je Aktie die Erwartungen der Analysten. Zugleich nahm der Konzern seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr um etwa 2 Milliarden Dollar zurück. Erwartet werden jetzt 127,2 Milliarden bis 127,6 Milliarden Dollar. Die Aufgabe des Geschäfts mit Tablet-PC wird den Konzern mit Restrukturierungskosten im Volumen von 1 Milliarden Dollar belasten.

          Bank of America streicht 3.500 Stellen

          Nach den britischen Großbanken HSBC und Barclays verschärft nun offenbar auch die Bank of America Corp (BofA) ihren Sparkurs. Das amerikanische Institut streicht laut Kreisen im laufenden Quartal 3.500 Stellen und arbeitet an einem Restrukturierungsplan, im Zuge dessen weitere tausende Arbeitsplätze wegfallen könnten. Noch werde im Management der BofA über den Umfang der Einsparungen diskutiert. Laut einer mit der Sache vertrauten Person dürften aber mindestens 10.000 Jobs abgebaut werden. Dies entspräche 3,5 Prozent der gesamten Bankbelegschaft.

          Vorstandschef Brian Moynihan hatte zuvor im August in einer Telefonkonferenz mit Investoren angekündigt, bis zu 1,5 Milliarden Dollar pro Quartal einsparen zu wollen. Die Aufwendungen ohne Zinsen der Bank aus North Carolina waren im zweiten Quartal binnen Jahresfrist um fast ein Drittel auf 22,9 Milliarden Dollar gestiegen. Die Zahl umfasst Gehälter, Gebäudekosten, Marketing und andere Geschäftsausgaben.

          Der Abbau der 3.500 Stellen treffe vor allem die Investmentbanking- und Handelssparte der Bank. In jenem Geschäftsbereich hatte die BofA im vergangenen Herbst bereits 3 Prozent der Arbeitsplätze gestrichen, nun dürften nochmals 3 Prozent bis 5 Prozent der Belegschaft betroffen sein. (Dow Jones)

          Book-to-Bill-Ratio für Chipausrüster sinkt auf 0,86

          Die vorläufige Book-to-Bill-Ratio für die Ausrüster der Halbleiterindustrie in Nordamerika ist im Juli auf 0,86 (Vormonat: 0,94) gesunken. Wie der Branchenverband Semiconductor Equipment and Materials International (SEMI) am Donnerstag(Ortszeit) weiter mitteilte, lag der Auftragseingang im Dreimonatsdurchschnitt bei 1,30 (1,54) Milliarden Dollar. Der entsprechende Umsatz betrug 1,52 (1,64) Milliarden Dollar. Ein Book-to-Bill-Ratio von 0,86 bedeutet, dass für je 100 Dollar Umsatz neue Aufträge in Höhe von 86 Dollar eingegangen sind. (Dow Jones)

          BayernLB soll erstmals Staatshilfen zurückzahlen

          Die BayernLB wird sich laut einem Pressebericht erstmals substanziell an den Kosten ihrer Rettung durch den Freistaat Bayern beteiligen. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Freitagausgabe) und beruft sich auf Informationen aus dem Umfeld der Staatsregierung. Der Landeshaushalt könnte so um etwa 1,9 Milliarden Euro entlastet werden, heißt es in dem Bericht.

          Bayern hatte die Landesbank 2008 mit zehn Milliarden Euro Kapitalhilfen vor dem Zusammenbruch bewahrt. Außerdem übernahm das Land mögliche Verluste aus riskanten Wertpapieren (Asset Backed Securities, ABS), sofern sie einen Selbstbehalt von 1,2 Milliarden Euro überschreiten. Maximal haftet der Freistaat für 4,8 Milliarden Euro. (dpa-AFX)

          Wirtschaftsnachrichten

          Ökonomen rechnen mit deutlichem Inflationsrückgang im Euroraum

          Bereits zu Jahresende könnte die Inflationsrate in der Eurozone Ökonomen zufolge wieder auf den Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) sinken. Dieser liegt bei unter, aber nahe zwei Prozent. Für 2012 rechnen Experten mit teils deutlich weniger. „Im Dezember könnte die Teuerungsrate erstmals wieder auf unter zwei Prozent fallen“, sagte Michel Martinez, Volkswirt bei der Societe Generale, der „Financial Times Deutschland“ (Freitagausgabe).

          „Sinkt die Auslastung der Unternehmen in der Euro-Zone, kann die Inflation bis Jahresende durchaus auf zwei Prozent zurückgehen“, sagte auch Roland Döhrn, Konjunkturchef am Essener Forschungsinstitut RWI. Nach Einschätzung von Martinez dürften die Lebenshaltungskosten im Währungsraum 2012 nur um 1,6 Prozent steigen. Die Deutsche Bank rechnet für das kommende Jahr nur noch mit einer Inflationsrate von 1,9 Prozent. Zuletzt lag die Inflationsrate in der Euro-Zone im November 2010 unter der Zielmarke der Europischen Zentralbank von zwei Prozent. Die Hauptgründe für das Abflauen der Inflation sind nach Ansicht von Fachleuten insbesondere eine drohende Konjunkturflaute und deshalb gesunkene Preise für viele Rohstoffe. Nach schwachen Zahlen aus der amerikanischen Wirtschaft gab es am Donnerstag abermals heftige Einbrüche an den weltweiten Rohstoffmärkten. (dpa-AFX)

          Weitere Themen

          Weltgrößter Börsengang erfolgreich Video-Seite öffnen

          Aramco-Aktie im Plus : Weltgrößter Börsengang erfolgreich

          Der weltgrößte Börsengang des Ölkonzerns Saudi Aramco ist ein Erfolg: Die Aktien der saudiarabischen Staatsfirma debütierten am Mittwoch mit 35,2 Riyal an der Börse in Riad. Das ist ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zum Ausgabepreis.

          Topmeldungen

          Ein regierungskritischer Demonstrant und Polizisten stoßen während eines Protests in Beirut zusammen.

          Libanon : Zusammenstöße bei Protesten in Beirut

          Kurz bevor die Beratungen zur Neubesetzung des Ministerpräsidenten-Posten beginnen, ist es in der libanesischen Hauptstadt zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.