TV-Kritik „Maischberger“ : Bei Risiken und Richtlinienkompetenz fragen Sie Ihren Kanzler

Bei „Maischberger“ ist die Freude allgemein groß über das Machtwort des Kanzlers im Atomstreit. In der Talkshow will sich niemand damit aufhalten, dass der Rückgriff auf die Richtlinienkompetenz ein Krisenzeichen ist.
Ja, die Zeiten, sie sind andere geworden. Was musste sich der einstige Bundeskanzler Gerhard Schröder alles anhören, bloß weil er dann und wann zu harten, wohl auch einsamen Entscheidungen neigte; der Basta-Kanzler war er, das klebte an ihm und war nicht freundlich gemeint. Doch es war eben eine andere Epoche, die vor der großen Zeitenwende des 24. Februar, in dem noch aneckte, wer sich dem fortdauernden Diskurs verweigerte und einmal eine Art Machtwort sprach. Jetzt, da ein kalter Wind durch das Land und den Bundestag weht, da es um die großen Fragen von Leben und Tod und Krieg und Frieden geht, kann hingegen mit Verständnis rechnen, wer sich entschieden gibt.


