Anschlag in München : Wir wollen ja nicht spekulieren

Das Fernsehen zeigt bei der Berichterstattung zu dem Massenmord im Olympia-Einkaufszentrum, wozu es in der Lage ist. Es erklärt Dinge, ohne zu wissen, was vor sich geht. Nur einer tritt beiseite und erklärt, was das Wesen von Terror und Gewalt ist.
An einem Abend wie dem gestrigen zeigt sich, was ein Anschlag mit dem Medium Fernsehen macht: Auf den Kanälen, die auf aktuelle Berichterstattung umschalten, beginnt ein Wettlauf um die schnellste Information. Diese kann nur bruchstückhaft sein. Zugleich aber wird sie aus dem Stand interpretiert und eingeordnet. Das ist die Stunde der Experten, von Leuten wie Georg Mascolo im Ersten und dem stellvertretenden Chefredakteur des ZDF, Elmar Theveßen. Sie sollen die Deutungsmacht über ein Geschehen behaupten, dessen Konturen noch im Unklaren liegen.





