Spanien unter dem Islam : Damals war religiöse Toleranz Familiensache

Achthundert Jahre aus der Vogelperspektive: Brian A. Catlos erzählt die Geschichte von Al-Andalus im Stil einer Streaming-Serie und dekonstruiert die Mythen der Reconquista und ihrer Feinde.
Al-Andalus, das islamische Spanien, ist ein Kampfplatz der Geschichtswissenschaft. Während es die einen als Hort religiöser Toleranz und kultureller Hochblüte preisen, betonen die anderen seine Rolle als Motor des afrikanisch-muslimischen Sklavenhandels und seine ideologische Verhärtung unter der Herrschaft von Almoraviden und Almohaden. Der Ton der Debatte hat sich zusätzlich verschärft, seit die ideologischen Vordenker von Al Qaida und IS die Rückeroberung von Al-Andalus auf ihre Fahnen geschrieben haben. Die Frage, ob das Kalifat von Córdoba eine höhere Zivilisationsstufe erreicht hatte als seine christlichen Widersacher, ist für manche Historiker zur Glaubensfrage geworden. Das west-östliche Duell der Kulturen, zurückgespiegelt ins Mittelalter, findet zwischen Buchdeckeln statt.



