Literaturnobelpreisträger : Künftige Romane muss er sich erträumen

Einer der wenigen kosmopolitischen Schriftsteller der Gegenwart zieht sich zurück: Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa gibt seine Kolumne in „El País“ auf und will keinen Roman mehr schreiben.
Der Januar 2024 ist etwas Besonderes in Spanien, auch wenn es nicht alle gleich gemerkt haben. Es ist der erste Monat in 33 Jahren, in welchem die Zeitung „El País“ keine Kolumne von Mario Vargas Llosa veröffentlicht. Kurz vor Weihnachten hat sich der peruanische Literaturnobelpreisträger, der eine Wohnung in Madrid hat und die spanische Staatsbürgerschaft besitzt, mit 87 Jahren vom journalistischen Schreiben verabschiedet. Wird er sich daran halten? Wahrscheinlich, aber bei ihm weiß man nie. Auf jeden Fall hat Vargas Llosa, der letzte lebende Vertreter der legendären Generation großer lateinamerikanischer Autoren des 20. Jahrhunderts, genannt „el Boom“, die Bürde der alle zwei Wochen erscheinenden Sonntagskolumne in Spaniens wichtigster Tageszeitung abgeworfen. Von jetzt an hat er frei, sofern er nicht irgendwo auf der Welt noch ein paar Preise einsammeln muss.
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