Rolf Dieter Brinkmann :
Deine Briefe waren alle wild

Von
Markus Fauser
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Jede Karte ein Ereignis: Aus der Sammlung von Brinkmanns Freund Henning Freyend.
Jede Karte ein Ereignis: Aus der Sammlung von Brinkmanns Freund Henning Freyend.Patrick Slesiona

Sagen, was ist: Unbekannte Texte, Gedichte und Collagen aus dem Nachlass des Dichters Rolf Dieter Brinkmann sind nun erstmals zugänglich.

Mit der denkwürdigen Ermahnung „Lieber Henning, keine Angst vor Farben!“ beginnt der Brief des Dichters Rolf Dieter Brinkmann vom 10. Oktober 1973 aus Köln an seinen Freund, den Maler Henning John von Freyend, der sich gerade in London aufhielt. Der Einstieg mit einer konkreten Idee führt den Schreiber sofort zu einer kleinen Abhandlung über den Kölner Himmel, die enge Wohnung in der Engelbertstraße und die Lichter der Stadt. Wieder einmal geht ihm die „stickige, moddrige Himmelsatmosphäre“ auf den Geist, jenes farblose „Gesamtpanorama“, das er als die hinderliche Grundbedingung seines Lebens ausgemacht hatte und tatsächlich überall, wo er sich je befand, auch entdeckte.

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