https://www.faz.net/-gpc-98kd7

Die von Ihnen angeforderte Seite kann leider nicht ausgeliefert werden. Das tut uns leid. Interessiert Sie eine andere Geschichte von der aktuellen FAZ.NET-Homepage?

FAZ.NET-Sprinter : Deutsches Bank-Beben

Logo der Deutschen Bank am Hauptsitz des Unternehmens in Frankfurt am Main Bild: Reuters

Die Probleme der Deutschen Bank sind ernst, aber doch nur die üblichen Spielereien des Kapitalismus. Ganz andere Dimensionen haben die Ereignisse, die Frankreich bewegen.

          3 Min.

          Der Deutschen Bank kann man vieles vorwerfen, nicht aber, dass es langweilig mit ihr wird. Es ist erst wenige Tage her, da hat IT-Vorstandsfrau Kim Hammonds mit ihren in der F.A.S. zitierten Aussagen, sie arbeite in der „unfähigsten Firma“ Wirbel ausgelöst. Am Dienstag kam es noch dicker: Die Deutsche Bank sucht einen Nachfolger für ihren glücklosen Vorstandschef John Cryan. Der galt mit seiner nüchternen, britischen Art als Nachfolger des großspurigen Josef Ackermanns und des Investmentbankers Anshu Jain anfangs als der richtige Mann am richtigen Ort. Tatsächlich hat sich aber auch unter seiner Ägide der Aktienkurs halbiert.

          Ankreiden kann man ihm den Absturz der Bank, die einst Weltspitze sein wollte, nur zum Teil, analysiert unser Bank-Reporter Tim Kanning. Seit 20 Jahren schröpfen die Investmentbanker die Bank, schreibt er. Ihre Boni übersteigen die Ausschüttungen an die Aktionäre seit Jahren um ein X-faches. Das hat auch Cryan nicht geändert, jetzt muss er wohl seinen Hut nehmen. Und wer folgt? Gerald Braunberger, der Chef unseres Finanzressort, hat eine klare Meinung: Axel Weber, der erfolgreich die Schweizer Großbank UBS führt, muss es richten. Damit „würde die Deutsche Bank deutscher, aber alles andere als provinziell“.  

          Diese Probleme sind ernst, aber doch nur die üblichen Spielereien des Kapitalismus. Ganz andere Dimensionen haben die Ereignisse, die Frankreich auch heute wieder bewegen werden. Am Vormittag ehren unsere Nachbarn den bei einem Terroranschlag getöteten Polizisten Arnaud Beltrame mit einer Gedenkfeier. Am Abend trauen die Menschen in Paris um die 85 Jahre alte Mireille Knoll. Die Jüdin war als Kind nur knapp der Deportation entkommen, jetzt wurde sie in ihrer Wohnung ermordet – vermutlich weil sie Jüdin war: Die Staatsanwaltschaft hat jetzt gegen zwei junge Männer mit nordafrikanischen Wurzeln ein Verfahren wegen vorsätzlicher Tötung mit antisemitischem Hintergrund eröffnet. Um 18.30 Uhr beginnt der Schweigemarsch für Mireille Knoll. Vielleicht auch für uns ein guter Moment, einmal innezuhalten.  

          Es ist absehbar, dass die Ereignisse in Frankreich die deutsche Debatte über den Islam und seine Zugehörigkeit zur Bundesrepublik weiter befeuern werden. Dass pauschale Aussagen á la „gehört/gehört nicht zu Deutschland“ in der Debatte nicht weiterhelfen, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Die Welt ist eben weder schwarz noch weiß. Wer sich für die Grautöne interessiert, sollte heute den kenntnisreichen Leitartikel unseres Islam-Experten Rainer Hermann lesen. „Muslime wollen gewöhnliche Bürger sein, aber sichtbar verschieden. Das schafft Spannungen“, resümiert er.

          Sprinter – der politische Newsletter der F.A.Z.
          Sprinter – der Newsletter der F.A.Z. am Morgen

          Starten Sie den Tag mit diesem Überblick über die wichtigsten Themen. Eingeordnet und kommentiert von unseren Autoren.

          Mehr erfahren

          Und sonst? Die Hamburgische Bürgerschaft plant, Peter Tschentscher (SPD) zum neuen Bürgermeister zu wählen. Er folgt auf Olaf Scholz, der inzwischen in Berlin Finanzminister ist. Das katalanische Parlament berät in einer Dringlichkeitssitzung über die Rechte des in Deutschland verhafteten früheren Regionalpräsidenten Carles Puigdemont. Das Ziel: Eventuell soll ihm doch noch der Amtsantritt als Regierungschef ermöglicht werden. Zudem benennt Ursula von der Leyen erstmals eine Kaserne nach einem im Auslandseinsatz gestorbenem Bundeswehr-Soldaten. Gewürdigt wird in Hannover Tobias Lagenstein, ein in Afghanistan getöteter Feldjäger.

          Die Nacht in Kürze

          Die Spekulationen über einen geheimen Besuch Kim Jong-uns in Peking haben sich bestätigt: Von Sonntag bis Mittwoch habe sich der nordkoreanische Machthaber in China aufgehalten, berichtet die Nachrichtenagentur Xinhua. Dabei sollen Kim und der chinesische Staatschef Xi Jinping auch über mögliche Wege zur Lösung des Atomkonflikts gesprochen haben.

          In den Vereinigten Staaten wurde nun auch gegen BMW eine Sammelklage wegen manipulierter Abgas-Software eingereicht. Volkswagen musste dort wegen ähnlicher Klagen bereits 18,5 Milliarden Dollar an Entschädigungen bezahlen.

          Abgase von Verkehr, Industrie und Wärmeanlagen sind der Grund, warum Deutschland bereits im ersten Quartal des Jahres so viel Kohlendioxid ausgestoßen hat, wie ihm nach dem Pariser Klimaabkommen für das ganze Jahr 2018 zustünde. Das belegt eine Studie, die auf Daten des WWF beruht. Die Umweltorganisation hält ein Erreichen der Pariser Klimaziele technisch dennoch für möglich, sollten weitere Kohlekraftwerke abgeschaltet und eine europaweite CO2-Abgabe eingeführt werden.

          An den amerikanischen Börsen haben viele Hochtechnologiewerte große Verluste verzeichnet. Facebook-Aktien verloren nach dem Datenskandal weitere fünf Prozent, Twitter gab um zwölf Prozent nach. Die Aktien des Autobauers Tesla und des Chipherstellers Nvidia verloren jeweils acht Prozent ihres Wertes.

          Johannes Pennekamp

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Was es so alles gibt

          F.A.Z.-Newsletter : Was es so alles gibt

          Wo die Corona-Pandemie für Überstunden statt Kurzarbeit sorgt, welche Schlüsse aus dem Polizei-Skandal in NRW folgen und welches Geburtstagskind morgen seinen 75. feiert – das und mehr steht im Newsletter für Deutschland.

          Topmeldungen

          Spontane Proteste gegen die Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Madrid am Freitagabend.

          Corona in Spanien : Die Angst vor dem Notlazarett

          Die Infektionszahlen in der spanischen Hauptstadt explodieren und die Verwaltung weiß sich nur mit selektiven Ausgangssperren zu helfen. Das öffentliche Leben wird für einen Teil der Bevölkerung drastisch eingeschränkt.
          Der erste Streich: Gnabry nimmt Maß und trifft.

          8:0 gegen Schalke : Die Acht-Tore-Ansage

          Der FC Bayern demonstriert zum Saisonauftakt der Bundesliga seine Überlegenheit und demontiert den FC Schalke nach allen Regeln der Fußball-Kunst. Serge Gnabry trifft beim 8:0 drei Mal.
          Der Abteilungsleiter für Wirtschaftsfragen im amerikanischen Außenministerium, Keith Krach, traf am 18. September in Taiwan mit Ministerpräsident Su Tseng-chang zusammen.

          Militärmanöver : Plant China einen Angriff auf Taiwan?

          Amerikas Beziehungen mit Taiwan werden immer enger. Nun plant Washington neue Waffenverkäufe an Taipeh – und verärgert damit China. Peking verschärft seine Drohgebärden in Richtung der Insel.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.