„Deutschland spricht“ zur Wahl :
„Ich war bisher parteitreu, jetzt habe ich meine Stimmen aufgeteilt“

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„Es bringt nichts, ewig in die Vergangenheit zu blicken und zu jammern“: Karola Jamnig-Stellmach vor ihrem Haus in Bremen
„Es bringt nichts, ewig in die Vergangenheit zu blicken und zu jammern“: Karola Jamnig-Stellmach vor ihrem Haus in BremenDaniel Pilar

Karola Jamnig-Stellmach war früher selbst Politikerin, im Wahlkampf vermisst sie Inhalte und eine klare Abgrenzung der Kandidaten voneinander. Die Interviewreihe zur Bundestagswahl „Sieben Fragen, sieben Antworten“.

Frau Jamnig-Stellmach, welche Themen sind dieses Jahr für das Kreuz auf Ihrem Wahlzettel ausschlaggebend?

Die für mich wichtigen Themen spielen leider kaum eine Rolle in diesem Wahlkampf. Es geht viel um Persönlichkeiten und deren Verfehlungen oder ihre vermeintlichen Kompetenzen, aber zu wenig um Inhaltliches. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf junge Menschen – Kinder, Jugendliche aber auch Studenten – wäre ein Thema, das viel breiter diskutiert werden müsste. Es kann doch nicht sein, dass erwartet wird, dass alle Initiative von den jungen Menschen selbst ausgeht. Dafür sind Menschen einfach zu unterschiedlich. Bei einigen ist das der Fall, aber nicht jeder kann diese Initiative aufbringen. Die Kandidaten könnten das nutzen, um sich in ihren Positionen zum Bildungs- und Ausbildungsbereich inhaltlich scharf voneinander abzugrenzen – aber sie tun es einfach nicht. Ein anderes wichtiges Thema für mich ist die Marktwirtschaft. Bei den Grünen heißt es oft, sie wollen keine Verbote aussprechen. Dabei formulieren sie überdeutlich, was sie nicht wollen. Das ist in meinen Augen dasselbe. Bei Armin Laschet bin ich mir unsicher, ob er das Thema drauf hat. Und bei Olaf Scholz frage ich mich, was er überhaupt will. Auch Europa wird aus meiner Sicht nicht entsprechend seiner Relevanz thematisiert.

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