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Ausnahme für den Chef : Netzwerk löscht persönliche Nachrichten von Zuckerberg

  • Aktualisiert am

Mark Zuckerberg Bild: Reuters

Abgeschickt ist abgeschickt – so eigentlich die eiserne Regel für Facebook-Nachrichten. Für Chef Zuckerberg macht das Unternehmen aber offenbar eine Ausnahme.

          Facebook wird heftig für seinen Umgang mit Daten kritisiert – könnte aber gleichzeitig die Privatsphäre seines Gründers und Chefs schonen. Das Fachblog „TechCrunch“ meldete, alte Nachrichten von Mark Zuckerberg seien aus ihren Postfächern auf Facebook verschwunden, während die Antworten seiner Gesprächspartner noch vorhanden seien.

          Damit gelten für Zuckerberg andere Regeln als für andere Nutzer. Die können zwar ihre Nachrichten aus ihrem Postfach löschen, beim Empfänger bleiben die Nachrichten aber trotzdem stehen.

          Facebook sagte dem Portal, es habe die Speicherzeit von Zuckerbergs Nachrichten tatsächlich begrenzt. Das sei aus Sicherheitsgründen geschehen, nachdem Sony Pictures 2014 in einem Hack E-Mails seiner Manager verloren habe. Dieses Vorgehen entspreche vollständig den gesetzlichen Verpflichtungen, gewisse Nachrichten zu speichern. Sein Vorgehen hatte Facebook allerdings bisher nicht öffentlich gemacht.

          Mark Zuckerberg hat schon manche peinliche Mail geschrieben

          Tatsächlich war der Sony-Hack im Jahr 2014 unangenehm für das Unternehmen. Damals wurden auch einige E-Mails öffentlich, die geheime Strategie-Absprachen beinhalteten, aber auch peinliche Äußerungen über Schauspieler.

          Die Deutschen misstrauen Facebook

          Im Fall von Zuckerbergs Nachrichten muss das aber nicht der einzige Grund sein. Tatsächlich haben auch Mark Zuckerberg frühere E-Mails schon gelegentlich Schwierigkeiten bereitet – ganz ohne, dass Geschäftsgeheimnisse darin gestanden hätten. Schon vor acht Jahren wurde eine E-Mail Zuckerbergs aus dem Jahr 2004 bekannt, kurz nach der Gründung von Facebook: „Wenn du jemals infos über jemanden in harvard brauchst ... frag einfach ... ich hab mehr als 4000 emails, bilder, adressen“, schrieb er einem Freund. Und: „die leute haben es einfach eingegeben ... ich weiß nicht ... sie ,vertrauen' mir ... die idioten“.

          Eine neue Umfrage zeigt allerdings, dass die Deutschen zumindest Facebook schon lange misstrauen. Die Datenschutz-Bedenken haben sich offenbar herumgesprochen: Rund 60 Prozent der Internet-Nutzer waren schon vor dem jüngsten Daten-Skandal nicht auf Facebook.

          Facebook verliert zentrale Rolle

          Inzwischen haben Facebooks Datenschutz-Verschärfungen dazu geführt, dass die Rolle der Plattform als Schlüssel zu anderen Diensten leidet. In der Dating-App Tinder konnten sich Nutzer am Donnerstag zeitweise gar nicht einloggen.

          Auch die Funktionen von Facebook-Erweiterungen, den so genannten „Apps“, wird eingeschränkt – es war eine solche App, über die die Daten von Facebook-Nutzern an Cambridge Analytica gerieten. Auch das Foto-Netzwerk Instagram, das Facebook gehört, lässt App-Entwicklern künftig weniger Freiräume.

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