Robert E. Lee : Der missgedeutete Südstaaten-General

Robert E. Lee war im amerikanischen Bürgerkrieg der erfolgreichste Heerführer der Sklavenhalterstaaten. Bürgerrechtler wollen seine Statuen deshalb nun entfernen lassen. Der General würde sich im Grabe umdrehen, wenn er wüsste, wer sich heute auf ihn beruft.
Historisch wichtige Personen versuchen seit ewigen Zeiten, ihr Bild in der Geschichte zumindest vorzuformen. Und obwohl die Memoirenliteratur längst nicht mehr zu überschauen ist, scheitern solche Versuche seit ewigen Zeiten immer wieder. Das liegt, neben der notorischen Unzuverlässigkeit so mancher „Lebenserinnerungen“, zum Teil an mangelnder Überlieferung. Vor allem aber liegt es daran, dass sich jede Gegenwart ihr Bild der Vergangenheit neu zeichnet. Und so kann man fragen, wie sich General Robert E. Lee fühlen würde, wenn er sehen könnte, wer sich heute um Statuen schart, die den Soldaten zeigen, der als der wohl begabteste militärische Anführer gilt, den die Konföderierten Staaten von Amerika, die sich 1861 von den Vereinigten Staaten losgesagt hatten, besaßen.





