FAZ.NET-Sprinter : Starke Brücken, starker Staat

Die Menschen wollen keine maroden Brücken, sondern einen starken Staat, der sich zu verteidigen weiß. Dafür darf gerne Geld ausgegeben werden.
Die Menschen wollen einen funktionierenden Staat. Sie wollen kein Gemeinwesen, das seine Autobahnbrücken einstürzen lässt oder eine Armee, die nicht mehr in der Lage ist, das Land zu verteidigen. Das zeigt der Blick in unsere heutige Zeitung und unser Internetangebot eindringlich. Das Unglück von Genua zum Beispiel legt die Widersprüche in der Verkehrspolitik der Fünf-Sterne-Bewegung in Italien offen. Verkehrsminister Danilo Toninelli von den Fünf Sternen hat zwar wenig überraschend und vielleicht auch aus guten Gründen gefordert, die Verantwortlichen für das Unglück zu bestrafen. Was dabei aber leicht übersehen wird: Er selbst war es, der noch vor zwei Wochen verkündet hatte, dass man noch einmal prüfen müsse, ob die Entlastungsstrecke für die altersschwache Strecke in Genua überhaupt gebaut werden müsse. In diese Wunde legt unser Italien-Korrespondent Tobias Piller seine Finger – und wieder zeigt es sich, wie gut es ist, erfahrene Kollegen an Ort und Stelle zu haben. Denn die sehen nicht nur eine Brücke einstürzen. Sie wissen auch, wo man ankommt, wenn man versucht, in hügeligem Gelände eine Ausweichstrecke zu finden.






