Editorial : Die KI macht keine Sommerpause

Europa geht in die Sommerpause. Kurz davor hat es die EU-Kommission immerhin geschafft, den „AI Code of Practice“ zu veröffentlichen, eine Art Regulierungsrahmen für generative KI-Modelle. Aber der Bau einer KI-Gigafactory? Das dauert, wenn überhaupt. Und dann lange.
Eine Entscheidung ist wohl erst nach der Sommerpause zu erwarten – und kostet wertvolle Zeit, denn der KI-Tross fährt in anderen Teilen der Welt mit steigendem Tempo weiter. Ein Beispiel: In den USA will Mark Zuckerberg Hunderte Milliarden Dollar in gigantische Rechenzentren investieren. Die erste Anlage soll schon im kommenden Jahr ans Netz gehen. Die KI-Forscher, die diese Anlagen mit Leben füllen sollen, wirbt der Meta-Chef gerade von der Konkurrenz ab. Die 100 Millionen Dollar Wechselprämie, die Zuckerberg diesen Forschern anbietet, klingen zwar astronomisch, sind angesichts der gerade laufenden KI-Wette aber nur Kleingeld, weil einfach zu viel auf dem Spiel steht: Wer schafft es, die „Künstliche Allgemeine Intelligenz“ (AGI) zuerst zu entwickeln? Es geht am Ende um Marktdominanz.
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