Prodi will Eurobonds für 3000 Milliarden
Der ehemalige italienische Ministerpräsident Romano Prodi hat die Idee der Eurobonds weiterentwickelt und schlägt in einem Zeitungsbeitrag die Gründung eines "Europäischen Finanzfonds" mit Schuldtiteln von insgesamt 3000 Milliarden Euro vor.
Der ehemalige italienische Ministerpräsident Romano Prodi hat die Idee der Eurobonds weiterentwickelt und schlägt in einem Zeitungsbeitrag die Gründung eines "Europäischen Finanzfonds" mit Schuldtiteln von insgesamt 3000 Milliarden Euro vor. Davon sollten für 2300 Milliarden Euro Staatstitel europäischer Länder gekauft werden, 700 Milliarden Euro sollten zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten dienen. Ein so großer Fonds sei besonders liquide und unangreifbar für Finanzspekulationen. Zur Finanzierung müssten nach Ansicht Prodis von den Mitgliedstaaten der Währungsunion insgesamt 1000 Milliarden Euro aufgebracht werden, jeweils entsprechend den Kapitalanteilen an der Europäischen Zentralbank. Einen Großteil würden nach Auffassung von Prodi die Goldreserven der Staaten in der Währungsunion darstellen. Italien könne dabei Goldreserven von 101 Milliarden Euro beitragen, zudem Beteiligungen an staatlich kontrollierten Unternehmen für weitere 79 Milliarden Euro. Deutschland solle 140 Milliarden Euro in Gold und zusätzliche Werte von 130 Milliarden Euro beisteuern. Prodi stellt sich vor, dass die mit dem Kapital garantierten Euro-Schulden von 3000 Milliarden Euro einen Zins von 3 Prozent bieten würden. Die individuell verwalteten Schulden der einzelnen Mitgliedstaaten würden damit nach Ansicht von Prodi von durchschnittlich 85 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf 60 Prozent sinken.
tp.





