Presse an Bord
Die französische Fluggesellschaft Air France will sparen. Deshalb wurde beschlossen, an Bord keine Zeitungen mehr zu vertreiben.
Die französische Fluggesellschaft Air France will sparen. Deshalb wurde beschlossen, an Bord keine Zeitungen mehr zu vertreiben. Jährlich kauft Air France zwanzig Millionen Exemplare, bei einzelnen Titeln macht dies bis zu vierzehn Prozent der gesamten Auflage aus. Die Fluggesellschaft ist der größte Kunde der französischen Verlage. Diese verdienen mit den an Bord abgegebenen Zeitungen allerdings kaum etwas. Doch sie sind ein wichtiges Argument für den an der Reichweite der Blätter orientierten Anzeigenverkauf. Zum angekündigten Verzicht der Air France hat sich die Branche noch gar nicht geäußert. Gleichwohl hat die Fluggesellschaft beschlossen, die Maßnahme zumindest nicht wie vorgesehen schon 2013 umzusetzen. Auch aus technischen Gründen: Die als Ersatz geplante Möglichkeit der digitalen Zeitungslektüre muss erst noch entwickelt werden. Man soll sie von zu Hause aus online beziehen, bis zu dreißig Stunden vor dem Start. Und allenfalls noch beim Warten am Gate. Im Flugzeug jedenfalls gibt es keinen Internetzugang. Mit der Umerziehung der Gäste auf den Zwangsdownload will Air France das Angebot erweitern und sinnvollerweise auch ausländische Titel zur Verfügung stellen. Vorläufig werden weiterhin französische Zeitungen und Magazine verteilt. Doch der schleichende Abbau hat begonnen. Und über kurz oder lang werden gedruckte Gratisexemplare aus den Flugzeugen verschwinden.
J.A.





