Im Jahr zwölf "Ehrenmorde"
Wiesbaden / Freiburg (lhe). Sogenannte Ehrenmorde werden in Deutschland vor allem von Zuwanderern begangen, die niedrig qualifiziert und wenig gebildet sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Max-Planck-Instituts für ausländisches ...
Wiesbaden / Freiburg (lhe). Sogenannte Ehrenmorde werden in Deutschland vor allem von Zuwanderern begangen, die niedrig qualifiziert und wenig gebildet sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht im Auftrag des Bundeskriminalamts (BKA) in Wiesbaden. Einer der beteiligten Wissenschaftler, der Kriminologe Dietrich Oberwittler, berichtet im Internet, dass von 78 Fällen, die sich zwischen den Jahren 1996 und 2005 ereignet hätten, ein Viertel die Tötung junger Frauen durch Blutsverwandte betroffen habe.
Die Forscher stellten einer Veröffentlichung von "Spiegel-online" zufolge fest, dass die "mangelnde Unterwerfung der weiblichen Sexualität" das beherrschende Thema der Ehrenmorde war. Die Partnerwahl einer Frau sei als Familienangelegenheit empfunden worden. Die "Ehrenmord"-Täter seien meist schlecht integriert. Die meisten - 76 von 122 - stammten aus der Türkei. Weniger als zehn Prozent der Täter wurden in Deutschland geboren oder besaßen die deutsche Staatsangehörigkeit.
Oberwittler schreibt, dass es keine Hinweise auf eine starke Beteiligung von Zuwanderern der zweiten oder dritten Generation gebe. Ebenso sei keine Zunahme der Zahl der "Ehrenmorde" zu verzeichnen gewesen. Die Gesamtzahl der "Ehrenmorde" werde auf etwa zwölf pro Jahr geschätzt. Damit seien sie angesichts von rund 700 Menschen, die jährlich in Deutschland Opfer eines Tötungsdelikts würden, "quantitativ sehr seltene Ereignisse".





