Glosse Wirtschaft : Von Fall zu Fall
In der Union ist die neue Beweglichkeit Trumpf. Immer schön offen bleiben, damit man die nächste Volte der Bundeskanzlerin zur Euro-Schuldenkrise bloß nicht verpasst. Heute keine Eurobonds, morgen vielleicht doch? Deutlicher als ...
In der Union ist die neue Beweglichkeit Trumpf. Immer schön offen bleiben, damit man die nächste Volte der Bundeskanzlerin zur Euro-Schuldenkrise bloß nicht verpasst. Heute keine Eurobonds, morgen vielleicht doch? Deutlicher als Peter Altmaier, der Parlamentarische Geschäftsführer, hat bislang keiner die Fraktion zur Vorsicht ermahnt: "Wir haben ja in den letzten zwölf Monaten immer von Fall zu Fall entscheiden müssen, was richtig ist." Viele beherzigen den Rat zur Zurückhaltung, nur vereinzelt trauen sich Abgeordnete noch eine klare Position in der Euro-Debatte zu. Es ist ja bequem für die Parlamentarier einer Regierungspartei, im Kanzleramt vordenken zu lassen, wenn es kompliziert wird. Aber ist es wirklich so schwierig, sich zu der an Deutschland herangetragenen Forderung nach vertragswidriger Vergemeinschaftung der Schulden im Euroraum eine Meinung zu bilden und dazu zu stehen? Der Bürger gewinnt den fatalen Eindruck, in der größten Volkspartei werde selbst über die Positionen für ein so schicksalhaftes Thema wie die eigene Währung nicht ernsthaft gerungen. Ein Euro-Parteitag, wie ihn wenige Mutige fordern, ist zwingend, will die Union diesen Eindruck noch widerlegen.





