Bachmannpreis in Klagenfurt :
Möbelmusik in der Tiefkühltruhe

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ORF/Puch Johannes

So abwegig sie auch zunächst klingen mochten: Einigen Geschichten dieses zweiten Tages war dann doch so manche interessante - und auch durchaus welthaltige - Facette abzugewinnen.

Ein durchschnittlicher Tag beim Bachmannpreis ist schon ein ziemlicher Mindfuck. An diesem Freitag ist man mit einem Tiefkühllieferanten in einen österreichischen Horrorkeller gestiegen, in dem sich ein Krebskranker auf gefrorenem Rehragout zur letzten Ruhe betten will, schaute in eine andere Wohnung, die offenbar mit animistischer Kraft ihre Bewohner getötet hat, stieg in ein Zollfreilager, in dem eines der beiden Klaviere aus dem Film "Casablanca" von seelenlosen Kunstsammlern weggesperrt wird (eine Welt, in welcher der Song "As Time Goes By" nicht an Liebe erinnere, sondern nur die Hoffnung auf Wertsteigerung des Sammlerobjekts ausdrücke, wie Jurypräsident Hubert Winkels bemerkte), und hörte schließlich in der Geschichte eines an Objektophilie leidenden Paläontologen, der sich, ja, wirklich, in eine Kapelle verliebt hat, den folgenden Satz: "Nicht einmal Atem erschütterte den kalzitisierten Chitinpanzer  seiner Muskulatur."

FAZ

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