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Die Natur der Kommunikation :
Mit Menschen sprechen und Menschen zuhören

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Auf der Bühne des Deutschen Marken Summits: Prof. Dr. Christof Ehrhart und F.A.Z.-Herausgeber Jürgen Kaube
Auf der Bühne des Deutschen Marken Summits: Prof. Dr. Christof Ehrhart und F.A.Z.-Herausgeber Jürgen KaubeJonas Ratermann

KI verändert die Mittel der Kommunikation, nicht aber ihren menschlichen Kern. Prof. Dr. Christof Ehrhart, Executive Vice President Corporate Communications & Governmental Affairs bei Bosch, und Jürgen Kaube, Herausgeber der F.A.Z., im Gespräch.

Der These, KI könne die Kommunikationsfunktion überflüssig machen, nehmen Prof. Dr. Christof Ehrhart und Jürgen Kaube gleich zu Beginn den Wind aus den Segeln. Der Grund liegt in der Natur der Sache.

Kaube beschreibt es als „Technologiedefizit“. Was der F.A.Z.-Herausgeber damit meint, ist das Fehlen einer „ingenieurmäßigen Kausalität, die verlässlich über alle Bereiche funktioniert“. Die Planung kommunikativer Ergebnisse unterliegt Grenzen. Am Ende hängt die Wirkung von der menschlichen Komplexität ab und lässt sich daher auch nur bis zu einem gewissen Punkt vorhersagen.

„Wir bleiben im Feld des Allzu-menschlichen“, formuliert es Ehrhart. „Auch im Kommunikationsmanagement geht es weiter um den Austausch zwischen Menschen. KI ist ein neues, sehr wirksames Instrument, aber wie die bereits bestehenden Kanäle, Techniken und Vermittlungsarten der Kommunikation kann auch sie keine verlässlich angebbaren Ergebnisse liefern.“ Aktuelle Veränderungen in Politik, Wirtschaft und Technologie seien wesentlich und erforderten Anpassung im Vorgehen der professionellen Kommunikatoren. Doch – davon ist der Bosch-Kommunikationschef überzeugt – sie werden die Logik der Kommunikation nicht fundamental verändern.

Und diese umfasse, anders als häufig zu beobachten, nicht nur Senden. „Im Grunde erklären wir uns alle permanent selbst oder dem Gegenüber die Welt und verpassen eigentlich die Gelegenheiten, um auf die Zwischentöne zu achten“, so Ehrhart. Bei Bosch stellt er daher regelmäßig im Diskurs mit gesellschaftlichen Anspruchsgruppen das Zuhören in den Fokus. Dabei gehe es ihm weniger um unmittelbare, messbare Effekte als um Stimmungen, Meinungen und Einstellungen, die für die Ausrichtung des Unternehmens relevant sind und in die Beratung des Managements einfließen sollten. Ehrharts Rat für die Praxis: „Nicht nur an die kommunikative Wirkung nach außen denken, sondern möglichst viele Signale aufnehmen, die Orientierung geben, laute wie leise.“

Am Ende kehrt das Gespräch zur Technologie zurück. „Der untaugliche Versuch, Kommunikation mit Technologie so zu optimieren, dass sie das hundertprozentige Ergebnis erzielt, macht die Kommunikation unfruchtbar“, sagt Ehrhart. Gelingende Kommunikation braucht Widersprüche, Überraschungen und Zweifel. Sie dürfe nicht „kühl, fugenlos und steril“ werden. „Das tut den Unternehmen nicht gut und unserer Gesellschaft auch nicht gut.“

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