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4. Corporate Diversity Summit :
Der Mensch im Mittelpunkt: Diversität als Teil der Unternehmenskultur

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Melanie Bernroitner bei ihrer Keynote „Zeiten im Wandel: Erfolgsfaktor Unternehmenskultur“
Melanie Bernroitner bei ihrer Keynote „Zeiten im Wandel: Erfolgsfaktor Unternehmenskultur“Jonas Ratermann

Während andere Unternehmen zurückrudern, setzt Takeda weiter auf Prinzipien der Vielfalt und Inklusion. Einen Einblick, warum diese Werte das Unternehmen zukunftsfähig machen, liefert Melanie Bernroitner in der Eröffnungs-Keynote mit einem starken Statement.

„Stellen Sie sich vor, es würde eine Pille geben, die es uns ermöglicht, unterschiedliche Perspektiven wahrzunehmen. Sie wüssten also jederzeit, wie andere denken, könnten über den Tellerrand schauen und Situationen ganzheitlich beleuchten.“ Mit diesem Gedankenspiel und den positiven Konsequenzen für Empathie, Integration und Gleichberechtigung eröffnet Melanie Bernroitner, Head of Ethics & Compliance beim japanischen Pharmaunternehmen Takeda, ihren Vortrag. Eine solche „Wunderpille“ existiert nicht – doch eine vielfältige und inklusive Unternehmenskultur könne eine ähnliche Wirkung entfalten.

Vielfalt als Basis für Innovationen

Takeda beschäftigt rund 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an vier Standorten in Deutschland. Allein am Standort Singen arbeiten Menschen aus 40 Nationen. Die vielfältigen Persönlichkeiten und eine Kultur als sicherer Ort, an dem alle ihre Meinung offen vertreten können, seien ein entscheidender Erfolgsfaktor und Treiber für Innovationen für das forschende Pharmaunternehmen, so Bernroitner. „Unsere Patientinnen und Patienten sind so vielfältig wie die Herausforderungen, Krankheiten zu begegnen – unsere Ansätze, um Lösungen zu finden, müssen es also auch sein.“

Ein Beispiel sei ADHS bei Erwachsenen, lange als Kinderkrankheit betrachtet. Erst durch neue Perspektiven und „das Schauen über den Tellerrand“ wurde die Diagnose für Erwachsene klarer definiert – eine Grundlage für die Forschung und gezielte medikamentöse Behandlungen. Der Schlüssel liege im Austausch: Verschiedene Blickwinkel fördern neue Ansätze und helfen auch, Stigmata abzubauen.

Überdauernde Werte, konkrete Maßnahmen

„Unternehmen müssen Stellung beziehen und ihre Werte nach außen tragen“, betont Bernroitner in Hinblick auf das Zurückfahren von DEI(Diversity, Equity und Inclusion)-Aktivitäten von Unternehmen in den USA und populistische Strömungen in Deutschland. Sie macht deutlich: „Unser Engagement bleibt unerschütterlich in allen Ländern. Wir halten an unseren Werten fest und setzen im Zweifelsfall auch höhere ethische Standards an, als sie gesetzlich vorgeschrieben sind.“

Takeda bringt diese Werte mit konkreten Maßnahmen zum Leben, und die Erfolge für Vielfalt und Inklusion sind deutlich, beispielsweise im Hinblick auf die Gendergleichstellung: Im weltweiten Executive-Team sind 53 Prozent Frauen. Dem in Rente gehenden CEO folgt nächstes Jahr eine Frau. Auch das deutsche Leitungsteam besteht aus mehr Frauen als Männern. Diese Entwicklung sei das Ergebnis gezielter Maßnahmen. Eine 2017 intern in Deutschland durchgeführte Untersuchung zur Situation von Frauen im Unternehmen zeigte: Es gab Nach­hol­bedarf. Es wurde für sie ein Karriere-Entwicklungsprogramm mit Mentoring und Coaching ins Leben gerufen und schließlich auch für Männer erweitert. Auch Möglichkeiten zum mobilen Arbeiten haben zu dem hohen Anteil an Frauen in Führungspositionen bei­getragen.

Weiter hat das Unternehmen Leitlinien aufgesetzt, die die kollektive Verantwortung für tägliches Arbeiten widerspiegeln, und sogenannte Employee Resource Groups ins Leben gerufen, in denen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Takeda-Gemeinschaft engagieren. Die Maßnahmen werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst.

Trotz Fortschritten bleibt die Herausforderung: Diversität und Inklusion sind noch keine Selbstverständlichkeit in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. „Es gibt immer noch zu viele nicht diverse Momente“, kritisiert Bernroitner und macht deutlich, dass die Relevanz der Themen nicht abgenommen hat. Zum Abschluss betont sie: Es gebe eben keine Pille, die die Umsetzung erleichtert. Um Vielfalt und Inklusion zu fördern, brauche es Arbeit von jeder und jedem Einzelnen.

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