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WHO-Bericht : 7 Millionen Tote pro Jahr durch Luftverschmutzung

  • -Aktualisiert am

Nach Einschätzung der Forscher schlagen sich die wahren Kosten des Klimawandels erst in den Krankenhäusern und den Lungen der Patienten nieder. Bild: dpa

Der Klimawandel ist nicht nur für die Erwärmung der Erde verantwortlich, sondern auch für eine schlechte gesundheitliche Verfassung ihrer Bewohner. Wer nicht an der Luftverschmutzung stirbt, kostet die Staatengemeinschaft jedes Jahr mehrerer Milliarden.

          Rund 7 Millionen Menschen sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO jedes Jahr an den Folgen der Luftverschmutzung. Die Gesundheitskosten zur Behandlung derjenigen, die nicht an der schlechten Luft sterben, schätzt die Agentur der Vereinten Nationen in ihrem neuen, zur Klimakonferenz in Kattowitz herausgegebenen Bericht auf mehr als 5 Milliarden Dollar im Jahr. Die 15 Staaten mit dem höchsten Ausstoß an Klimagasen müssten etwa 4 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes aufwenden, um nur die gesundheitlichen Folgen der Luftverschmutzung zu finanzieren, schreiben die WHO-Fachleute. Dagegen würde es nur ein Prozent der globalen Wirtschaftsleistung kosten, die Ziele des Pariser Klimavertrages zu erreichen. Zugleich könnten bis zur Mitte des Jahrhunderts Millionen Menschen vor dem Tod bewahrt werden.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Es sei eindeutig, dass der Klimawandel große Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und das Leben habe, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Ghebreyesus. Die gleichen Faktoren seien für die Erwärmung der Erde und eine schlechte gesundheitliche Verfassung verantwortlich. „Die wahren Kosten des Klimawandels schlagen sich in unseren Hospitälern und Lungen nieder“, sagte WHO-Direktorin Maria Neira. Beziehe man Gesundheit in die Klimapolitik ein, so sei die Bekämpfung des Klimawandels eine Chance und kein Kostenfaktor.

          In der Studie werden direkte Auswirkungen wie Stürme, Dürren, Überflutungen, Hitzewellen und Waldbrände genannt. Zu den indirekten Folgen des Klimawandels zählen die Autoren die Qualität des Trinkwassers und der Atemluft sowie die Notwendigkeit für Landbewohner, ihr Leben anzupassen. Zu den Gesundheitsfolgen gehören psychische Erkrankungen, Unterernährung, Verletzungen, Atemwegs- und Herzerkrankungen, Allergien, Infektionen, Vergiftungen, Hitzschläge und Krankheiten, die aus Wasserverschmutzung folgen.

          Auf der Liste der Empfehlungen der WHO stehen der Verzicht auf den Einsatz fossiler Rohstoffe, also vor allem Kohle und Öl. Die WHO beklagt, dass in den Klimaschutzprojekten Gesundheitsfragen nur eine Nebenrolle spielten und es dafür kein Geld gebe.

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