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Kommentar : Die falschen Leute für die Deutsche Bank

Es gibt neue Personal-Spekulationen aus der Deutschen Bank. Wenn sie stimmen, heißt die Frage: Wer rettet die Deutsche Bank vor ihrem Aufsichtsratsvorsitzenden?

          Wer rettet die Deutsche Bank vor ihrem Aufsichtsratsvorsitzenden? Diese Frage muss gestattet sein, wenn die am Karfreitag kursierenden und offiziell nicht bestätigten Personalspekulationen wahr sein sollten.

          John Thain ist an der Wall Street und in der Republikanischen Partei sehr gut vernetzt und könnte im Prinzip der Deutschen Bank in Amerika nützlich sein. Aber John Thain ist aus seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender der Investmentbank Merrill Lynch als einer der schlimmsten Boni-Banker und überdies durch einen großzügigen Umgang mit Firmengeldern für Repräsentationszwecke bekannt. Was hat ein solcher Mann im Jahre 2018 im Aufsichtsrat der Deutschen Bank verloren? Die Bank muss endlich weg von der Boni-Kultur und einer zu großen Präsenz im Investmentbanking.

          Auch die Nachricht, der ehemalige UBS-Vorstand Jürg Zeltner sei für die Nachfolge des Vorstandsvorsitzenden John Cryan kontaktiert worden, kommt nicht gerade erwartet. Zeltner verantwortete die Vermögensverwaltung, also einen Geschäftsbereich, der in der Deutschen Bank eine deutlich kleinere Rolle als bei den Schweizern spielt.

          Außerdem ist der Abschied Zeltners von der UBS, wie man hört, nicht ganz zufällig schlicht verlaufen. Es ist nicht erstaunlich, dass manche Aktionäre das Verhalten Paul Achleitners hinterfragen.

          Gerald Braunberger

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

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