Streit : Chinesen haben beim Zulieferer Grammer jetzt die Oberhand

Das bosnische Unternehmen Hastor legte die Produktion von Volkswagen vorübergehend lahm und wollte dann die Mehrheit am Zulieferer Grammer. Daraus wurde nichts - jetzt haben Chinesen eine Sperrminorität.
Im Machtkampf um den deutschen Autozulieferer Grammer hat der chinesische Großaktionär Ningbo Jifeng die Nase vorn. Er stockte seinen Anteil an dem Unternehmen von 20 auf etwas mehr als 25 Prozent auf. Damit hält er nun eine Sperrminorität an dem Interieur-Spezialisten aus dem bayerischen Amberg, wie aus einer Pflichtmitteilung von diesem Mittwoch hervorgeht.
Das kommt dem Grammer-Vorstand entgegen: Denn damit kann Ningbo Jifeng den ungeliebten zweiten Großaktionär Hastor in Schach halten, der nach Grammer-Angaben die Beziehungen zu den Kunden belastet.
Streit mit Daimler
Die Familie Hastor besitzt gut 20 Prozent an Grammer. Der Hersteller von Sitzen und Kopfstützen hatte Ningbo Jifeng im Streit mit Hastor als sogenannten „weißen Ritter“ an Bord geholt. Eine Machtübernahme des aus Bosnien stammenden Anteilseigners schmetterte die Hauptversammlung im Frühsommer ab.
Hastor hatte den Vorstand neu besetzen und eigene Leute in den Aufsichtsrat schicken wollen. Die Unternehmerfamilie war bekannt geworden, als ihr Zulieferer Prevent vor gut einem Jahr heftig mit Volkswagen stritt und zeitweise die Produktion des Autobauers lahmlegte.
Auch mit dem Autohersteller Daimler hat Hastor Streit. Weil der Stuttgarter Konzern angeblich Grammer einen erwarteten Großauftrag für Armlehnen und Kopfstützen für die neue Mercedes-C-Klasse entzog, mussten die Amberger zuletzt ihre Gewinnziele zusammenstreichen.





